Opel plant Kommunikationskampagne

Donnerstag, 16. August 2001

Der Rüsselsheimer Autobauer Opel hat einen ersten Zwischenbericht aus dem Sanierungsprogramm Olympia vorgelegt. Mit harter Hand greift Opel-Chef Carl-Peter Forster durch. Damit will er das Unternehmen, das im vergangenen Jahr einen Verlust von beinahe einer Milliarde Mark machte, wieder auf Kurs bringen. Die Rüsselsheimer wollen ab 2003 dauerhaft zurück in die Gewinnzone. Die Opel-Markenarchitektur soll ins Zentrum aller zukünftigen Unternehmensaktivitäten rücken: Technik, Dynamik und Vielseitigkeit sowie Infotainment und Kundenservice sollen die Marke charakterisieren. Daran sollen die zukünftigen Produkte und entsprechend der Werbeansatz ausgerichtet werden.

Nach der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA im September 2001 plant Opel eine Kommunikationskampagne, bei der die Markenwerte stärker im Vordergrund stehen werden. "Die neue Kommunikationskampagne wurde maßgeblich von der Rüsselsheimer Opel-Zentrale geprägt", betont Opel-Sprecher Rüdiger Assion. "Von hier geht in Zukunft die europäische Kommunikation der Marke Opel aus." Bisher fuhren die Rüsselsheimer in puncto Werbung zweigleisig: Der europäische Hauptsitz in Zürich gab einen Teil der Kampagnen vor, den Rest lieferten die jeweiligen Länder. Entsprechend bunt war der europäische Opel-Auftritt. Beim neuen Auftritt dürfte das veränderte Corporate Design, das ab Herbst stufenweise eingeführt wird und der Marke ein jüngeres Erscheinungsbild verleihen soll, bereits in Erscheinung treten. Maßgeblich an der Kommunikationskampagne beteiligt: McCann-Erickson Brand Communications Agency.

Nachdem Opel die Agentur von den beiden Ex-BBDOlern Anton Hildmann und Uwe Schmidt hatte überprüfen lassen, haben die Rüsselheimer die Zusammenarbeit mit der Brand Communciations Agency bestätigt. Als neuer europäischer Kommunikationschef verantwortet Bernd Misske auf Agenturseite die deutsche und strategische europäische Werbung. Er arbeitet eng mit Kris Vilhelmsson, Brand Communication Director, zusammen, der für die Koordination verantwortlich ist. Weitere Maßnahmen sind beim Sponsoring geplant: Das Engagement beim FC Bayern München, wo die Rüsselsheimer als Hauptsponsor auf dem Trikot sind und jährlich etwa 20 Millionen Mark investieren, wird überprüft. Wahrscheinlich ist, dass Opel künftig nicht mehr auf dem Trikot des Spitzenklubs zu sehen sein wird, als Sponsor aber erhalten bleibt.

Große Einschnitte soll es auch im Vertrieb geben. Die derzeit 1000 Händlerverträge sollen etwa auf die Hälfte reduziert werden. Bei den 2500 Standorten ist eine Kürzung um 30 Prozent geplant. "Wir wollen mehr große starke Händler und die Zahl der einzelnen Handelspartner reduzieren", betont Assion. "Viele unserer Händler sind im Moment nicht profitabel." Der Konkurrenzdruck unter den Händler sei zu groß, die Unternehmer seien vom Markt gegeneinander ausgespielt worden.
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