Opel bittet in Anzeigen um Verständnis für Sparmaßnahmen / Ausstieg bei DTM

Freitag, 15. Oktober 2004

Der Rüsselsheimer Autobauer Opel reagiert nicht nur mit Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, sondern auch mit Anzeigen auf die öffentliche Diskussion um Sparpläne und Stellenstreichungen. Am heutigen Freitag erscheinen ganzseitige Inserate in überregionalen Tageszeitungen sowie in Regionalblättern im Umfeld der Opel-Standorte Rüsselsheim, Bochum und Eisenach. Am Wochenende werden die inhouse getexteten Anzeigen auch in Sonntagszeitungen geschaltet. "Wir wollen unseren Standpunkt klarmachen und die größten Wogen etwas glätten", erklärt ein Opel-Verantwortlicher.

Zielgruppe sind offenkundig nicht nur die rund 33.000 Mitarbeiter in Deutschland, sondern auch (potenzielle) Kunden: In der Anzeige, die von Frederick Henderson, dem Europa-Chef der Opel-Mutter General Motors (GM), und Opel-Aufsichtsratchef Carl-Peter Forster unterzeichnet wurde und in der die Logos von GM, Opel und Saab zu sehen sind, werden explizit die "lieben Kundinnen und Kunden von Opel und Saab in Deutschland" angesprochen.

Im Text wirbt GM nicht nur um Verständnis für die "Verantwortung dafür, unser Geschäft den Marktbedingungen anzupassen, um unsere wirtschaftliche Existenz dauerhaft zu sichern" - sondern betont auch, in Deutschland und Europa "weiterhin erstklassige Automobile für Sie zu bauen". Hintergrund: Opel befürchtet, dass sich die öffentliche Diskussion allzu negativ auf das Image der Marke - und damit auf die dringend nötigen Abverkäufe - auswirken könnte.

Derweil überprüft Opel auch seine Marketingaktivitäten. Der neue Marketingvorstand Alain Visser hatte bereits Kostenstraffung beim Media-Einkauf angekündigt. Gestern hat Opel den Ausstieg aus der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft (DTM) ab 2006 bekannt gegeben. Schätzungen zufolge haben sich die Rüsselsheimer ihr Engagement im Motorsport jährlich rund 35 Millionen Euro kosten lassen. rp
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