Online-Werbung bleibt 2011 Wachstumsmotor / Netto-Umsätze steigen auf 3,2 Milliarden Euro

Dienstag, 23. November 2010
JOM-Chef Michael Jäschke
JOM-Chef Michael Jäschke

Der deutsche Werbemotor wird wohl auch im kommenden Jahr rund laufen. Das geht aus einer aktuellen Prognose der Hamburger Agentur JOM Jäschke Operational Media hervor. Danach werden die Netto-Investitionen in Werbung 2011 - bereinigt um Preissteigerungen und Rabatte der Medien - um 1,2 Prozent oder knapp 250 Millionen Euro auf 20,6 Milliarden Euro wachsen. Etwas schwächer fällt das Plus im laufenden Jahr aus. Nach Einschätzung der JOM-Experten wird der deutsche Werbemarkt ein Jahr nach der großen Delle nur geringfügig um 0,5 Prozent zulegen.
Welche Bedeutung Rabatte und Gegengeschäfte im Tagesgeschäft haben, zeigt ein Blick auf die Brutto-Zahlen. Rechnet man Preissteigerungen und Nachlässe heraus, wird der deutsche Werbemarkt im Jahr 2011 laut JOM erstmals ein Volumen von über 32 Milliarden Euro erreichen.

Die Prognose

Der Wachstumsprognose der Hamburger Agentur liegt die Annahme einer über das Jahr 2010 hinaus weiter deutlich wachsenden Konjunktur in Deutschland zugrunde. Den jüngsten Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute zufolge wird das reale Bruttoinlandsprodukt 2011 um circa 2 Prozent wachsen. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte steigen weiter um circa 1,5 Prozent an.


Wachstumstreiber sind im kommenden Jahr erwartungsgemäß vor allem die digitalen Medien. Agenturinhaber Michael Jäschke sagt voraus, dass die Umverteilung von klassischen in digitale Medien anhalten und der Vorsprung von TV und Zeitungen gegenüber der Onlinewerbung weiter schmilzen wird. Für 2011 rechnet Jäschke bei den digitalen Medien mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von etwa 10 Prozent. Damit würden im kommenden Jahr erstmals deutlich über 3,2 Milliarden Euro netto in Online-Werbung investiert. "Neben klassischem Online-Marketing fließen hier auch Investitionen in Social Media-Aktivitäten oder Mobile-Kampagnen ein", erklärt Jäschke.

Bricht man die Werbeausgaben auf die Einwohnerzahl herunter, landet Deutschland im internationalen Vergleich nur im Mittelfeld. Laut JOM investieren die Unternehmen 2011 pro Kopf circa 250 Euro in Kommunikation. In den USA liegt der Wert umgerechnet bei weit über 360 Euro, europäische Länder wie Großbritannien, Schweden oder Österreich investieren ebenfalls deutlich mehr pro Einwohner. mas
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