"Ode an die Freude": Paul Potts feiert mit Leipzigern den Mauerfall

Montag, 09. November 2009
Paul Potts singt in Leipzig
Paul Potts singt in Leipzig

 Das Finale hätte wohl kaum beeindruckender sein können - und für viele auch nicht überraschender: Als sich der aus den Telekom-Spots bekannte und inzwischen international renommierte britische Tenor Paul Potts am Sonntag gegen 12 Uhr plötzlich unter die Menschenmenge im Leipziger Hauptbahnhof mischte und mit dem teils vorab einbestellten, teils spontan zusammengefundenen Chor aus Laiensängern Beethovens "Ode an die Freude" anstimmte, da stand vielen der rund 1000 Anwesenden der Mund sperrangelweit auf. 
Das mag zum einen an der Stimmgewalt des nach einer britischen Talentshow vom Handyverkäufer zum Opernstar aufgestiegenen Paul Potts gelegen haben, zum anderen aber auch an der Erkenntnis, dass das gerade Erlebte mehr gewesen sein musste als eine wegen der guten Akustik spontan in den Hauptbahnhof verlegte Übungsstunde eines lokalen Gesangsvereins.

Das Rätsel wurde schnell gelöst: "Grenzen gab´s gestern - Danke, Leipzig!" stand am Ende der Galavorstellung in den magentafarbenen Lettern der Deutschen Telekom auf den im Bahnhofsgebäude installierten Bildschirmen, auf denen das vom britischen Chorleiter James Wood angestachelte und nach Kräften mitsingende Publikum gerade eben noch den Auftritt des Opernstars verfolgt hatte. Und so erkannten selbst jene, die vorher nichts von der Verbindung zwischen Deutscher Telekom und dem Sänger wussten oder ihn gar nicht kannten, dass es der Magenta Riese aus Bonn war, der sich mit diesem Event bei den Leipzigern für die friedlichen Demonstrationen im Jahr 1989 bedanken wollte, die schließlich zum Mauerfall führen sollten.

Hans-Christian Schwingen: Wir haben in puncto Social Networks einige Hebel in Bewegung gesetzt.
Dieses besondere Dankeschön des Konzerns an die Bürgerbewegung der Ost-Metropole wird freilich nicht in den Hallen des Leipziger Hauptbahnhofs verborgen bleiben und allmählich in Vergessenheit geraten. Schon in Kürze geht ein 89-sekündiger TV-Spot auf Sendung, der die Höhepunkte des "Chors ohne Grenzen" - so der an die aktuelle Telekom-Kampagne angelehnte Name des Events - dem gesamtdeutschen Publikum vor Augen führt. "Tausend Menschen, die zusammen die Ode an die Freude singen - eindrucksvoller können wir unser Markenversprechen ´Erleben was verbindet´ nicht kommunizieren und lebendig machen", zeigte sich Philipp Friedel, Leiter Marketing Communications bei T-Mobile, im Anschluss im Gespräch mit  HORIZONT.NET begeistert. Erstmals wird der von Tribal DDB zusammengestellte Spot mit der inoffiziellen Hymne der Wiedervereinigung (Produktion: Community Film) am Dienstag kommender Woche um 19:18 Uhr im ZDF ausgestrahlt - bis Sonntag sind weitere Schaltungen auf Sat 1, Pro Sieben und RTL geplant.

Liverpool Street Station

Der Leipziger Hauptbahnhof war nicht der erste, der von der Deutschen Telekom für ein solches Event genutzt wurde. Am 15. Januar 2009 veranstaltete T-Mobile im Londoner Liverpool Street Station eine Tanzaktion. Der von Saatchi & Saatchi London entwickelte TV-Spot "Dance" gewann zahlreiche Preise.

Danach ist Schluss, zumindest im klassischen TV. Hans-Christian Schwingen, Leiter Markenstrategie und Marketing Kommunikation, zeigte sich im Exklusivgespräch mit HORIZONT.NET aber überzeugt davon, dass die bewegten Bilder von dem Ereignis dank Web 2.0 weiterleben werden. "Wir haben in puncto Social Networks einige Hebel in Bewegung gesetzt", erklärte Schwingen, der die Zahl der vorab einbestellten, aber ahnungslosen Hobbysänger auf "zwischen 350 und 400" beziffert. Angesichts der Gesamtzahl von rund 1000 Teilnehmern war Schwingen jedenfalls "hoch zufrieden". mas
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