OWM-Mitglieder sehen wirtschaftliche Erholung

Donnerstag, 12. November 2009
"Positive Zeichen": OWM-Vorsitzender Uwe Becker
"Positive Zeichen": OWM-Vorsitzender Uwe Becker

Für Jubelarien ist es noch zu früh. Doch der Optimismus im Marketing nimmt allmählich wieder zu. Was sich bereits vergangene Woche im zweiten Frankfurter Marketing Barometer andeutete, setzt sich jetzt bei der traditionellen Befragung der Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) unter den knapp 100 Mitgliedsunternehmen im Vorfeld der heutigen Fachtagung in Berlin fort. So beurteilen 12 Prozent der OWM-Mitglieder die Aussichten für die Gesamtwirtschaft im kommenden Jahr mit gut. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr war überhaupt kein Marketingentscheider bereit, eine solche Prognose für das Jahr 2009 zu treffen. Und der aufkeimende Optimismus lässt sich auch an einer anderen Zahl ablesen. Zwar erwarten immer noch 61 Prozent eine befriedigende Entwicklung, gegenüber dem Vorjahr ist das allerdings ein Minus von 12 Prozentpunkten. Gleich geblieben ist dagegen die Zahl der Skeptiker. 27 Prozent rechnen weiter mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage.

Diese Meinung kommt nicht von ungefähr. Neben dem weiterhin vorhandenen Druck auf die Budgets ist noch völlig unklar, wie sich in den kommenden Monaten die Arbeitslosenzahlen entwickeln, ob das Exportgeschäft anspringt oder sich die Deutschen davon verabschieden, ihr Geld lieber auf die Bank als in die Konsumtempel der Republik zu tragen. Deshalb verwundert es kaum, dass Uwe Becker die Ergebnisse zurückhaltend kommentiert. "Das ist ein positives Zeichen für die wirtschaftliche Entwicklung, aber noch kein Anlass für übertriebene Hoffnungen", sagt der OWM-Vorstandsvorsitzende .

Warum das so ist, zeigen auch zwei andere Ergebnisse der Umfrage. Zwar glauben 82 Prozent, dass sich der Umsatz bei ihnen parallel oder besser entwickeln wird als 2009. Beim viel entscheidenderen Ertrag hingegen erwarten dies nur 64 Prozent.

Trotzdem: Für die Branche insgesamt hat die Umfrage ein positives Signal. Das Ende der Streichorgien bei den Budgets scheint erreicht. 39 Prozent der Mitglieder planen 2010 eine Steigerung der Werbeausgaben. Vor zwölf Monaten waren das gerade mal 22 Prozent. Gleichzeitig sank die Zahl derjenigen, die mit stagnierenden Budgets rechnen, von 43 Prozent auf 31 Prozent. Damit einher geht allerdings eine Verschiebung im Mediamix. Bei über zwei Drittel der Unternehmen nimmt Online in den Mediaplänen mehr Raum ein. Lediglich 4 Prozent verringern hier die Ausgaben. Die Online-Investitionen bleiben nicht ohne Folgen für die klassischen Kanäle. Bei Print reduzierten 49 Prozent die Ausgaben, bei TV 31 Prozent. Trotzdem glaubt OWM-Geschäftsführer Joachim Schütz nicht an einen schnellen Wachwechsel bei den Leitmedien. "Onlinewerbung ist heute aus den Mediaplänen der Unternehmen nicht mehr wegzudenken und ihre Bedeutung wächst weiter, auch wenn die klassischen Medien noch über einige Jahre den größten Anteil der Werbegelder für sich verbuchen werden." mir
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