OWM: Kommunikationsbranche steht 2010 vor Zerreißprobe

Freitag, 13. November 2009
UIM-Manager Matthias Ehrlich
UIM-Manager Matthias Ehrlich

In einem waren sich gestern viele Teilnehmer bei der 14. Fachtagung der Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) in Berlin einig: Der Wettbewerb zwischen Agenturen, Medien und Unternehmen wird im kommenden Jahr eher noch härter werden. Manch einer sieht das Dreieck  aus Medien, Agenturen und Werbungtreibenden durch Kosten- und Konditionendruck gar vor einer Zerreißprobe. Matthias Ehrlich, Vorstand des Internet-Unternehmens United Internet Media, ahnt jedenfalls Böses: "Wer wissen will, wie es in Print und TV in ein paar Jahren aussehen wird, der muss sich die Situation bei den Online-Medien anschauen. Das ist Wildwest pur." Um den Rabattschlachten zu entgehen, hatte Martin Krapf, Geschäftsführer IP Deutschland, dem Vermarkter der RTL-Sendergruppe, nur einen Rat. "Jeder muss seine Grenze definieren, wie weit er geht."  Dass in dem Kampf um Werbegelder Print nicht zwangsläufig auf der Strecke bleiben muss, verdeutlichte Peter Würtenberger, Chief Marketing Officer bei Axel Springer. Er setzt auf Qualität.  "Es geht um journalistische Inhalte". Und crossmediale Konzepte.

Ob das alleine hilft, ist offen. Denn für die Entwicklung gibt es mehrere Gründe: Einerseits wird das Geschäft in den kommenden Jahren noch komplexer werden. "Der potenzielle Zugang  zum Konsumenten ist dramatisch größer als die Nachfrage nach Werbeplätzen", sagt etwa Jürgen Blomenkamp, Chief Executive Officer der Mediaagenturgruppe GroupM Germany. Eine Tatsache, der Andreas Nassauer Leiter Konzern Media der Deutschen Telekom, aber durchaus positive Seiten abgewinnen kann. "Wettbewerb belebt das Geschäft".

Doch der hat seine Schattenseiten, wie Thomas Gries, Marketing Director bei Coca Cola feststellte: In der Auseinandersetzung mit den Handelsmarken bestimmt sich der Verkaufserfolg mittlerweile zu 95 Prozent aus der Preisdifferenz zum Wettbewerb und nur zu 5 Prozent aus Faktoren wie Werbung und Verpackung. "Wenn die Preiskonkurrenz unter den Produkten so hart bleibe, werde Werbung in Zukunft noch weniger als Erfolgsfaktor in Erscheinung treten. Dann habe ich immer weniger Geld für Werbung", warnte Gries. mir
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