OWM-Fachtagung: Werbung in Ost und West gleicht sich an

Donnerstag, 12. November 2009
Florena-Geschäftsführer Michael Hähnel
Florena-Geschäftsführer Michael Hähnel

Die Konsumunterschiede in Ost und West gleichen sich zunehmend an. So lautet ein Fazit der 14. Jahrestagung der Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM), die am heutigen Donnerstag stattfindet. Werbe- und Marketingfachleute diskutieren in Berlin erfolgreiche Strategien in der Krise und stellten sich unter anderem der Frage, ob Werbung im vereinten Deutschland auch heute noch Unterschiede zwischen West und Ost berücksichtigen muss. Natürlich habe der Osten noch immer "eine andere Produktwelt", meint Michael Hähnel, Geschäftsführer der zum Beiersdorf-Konzern gehörenden Kosmetikmarke Florena. Deshalb sei es wichtig, die dortigen Standorte zu pflegen, denn "das sind die Wurzeln, das schafft Identität". DDB-Kreativchef Amir Kassaei pflichtet bei: "Wenn man die Verbraucher ernst nimmt, dann muss man anerkennen, dass sie im Osten andere Bedürfnisse haben als im Westen, so wie es auch Nord-Süd-Unterschiede gibt."

Insgesamt sind sich die Experten aber einig, dass sich die Unterschiede in der Zukunft immer mehr angleichen werden. Peter O. Claußen, Marketingdirektor der Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien, macht schon heute keinen Unterschied mehr: "Wir richten alle unsere Marken national aus." Ähnlich bewertet es Henkel-Manager Thomas Tönnesmann, der mit Spee das einstige Top-Waschmittel der DDR im Portfolio hat: "Ich sehe keinen Unterschied zwischen Ost und West. Eine Marke überlebt, wenn sie sich differenziert und stark ist." mh
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