OWM Fachtagung: Heiße Debatte um Pitchkultur, Trading und Ehrlichkeit in der Kommunikation

Donnerstag, 15. November 2012
Hält nichts von Kreativrankings: IP-Geschäftsführer Matthias Dang
Hält nichts von Kreativrankings: IP-Geschäftsführer Matthias Dang

Gut, Mea Culpa hatte wohl keiner erwartet. Aber dass die Branche an der einen oder anderen Stelle anders mit sich umgehen sollte, das machte die erste Diskussionsrunde bei der 17. OWM Fachtagung dennoch deutlich. Pitchkultur, Trading, die Stellung von Ehrlichkeit in der Kommunikation, Leistungsnachweise und Agenturvergütung. Es war eine ganze Latte von Themen, die sich die Podiumsteilnehmer Tina Beuchler, Leiterin Media Nestlé Deutschland, IP-Geschäftsführer Matthias Dang, Matthias Ehrlich, Vorstand United Internet Media, Mirko Kaminski, Geschäftsführer Achtung, Vivaki-Chairman Nicole Prüsse und Lothar Weissenberger, Leiter Marketingkommunikation Deutscher Sparkassen- und Giroverband, widmeten.

Gemeinsamer Nenner war die Erkenntnis, dass Ehrlichkeit ein ethischer und wirtschaftlich sinnvoller Wert ist. Doch die Diskussion zeigte auch auf, wo Unterschiede liegen. So findet Mirko Kaminiski etwa manche Unternehmen scheinheilig. Da werden umfassende Nachhaltigkeitsprogramme aufgelegt und die Agentur mit einem Stundensatz von 65 Euro entlohnt. Auch die Pitchkultur kritisierte er heftig.

Unterstützung bekam er hier von Nicole Prüsse. Die Agenturgruppe hätte in diesem Jahr an 40 bis 60 Pitches teilgenommen. Nur bei zweien hätte es klare Entscheidungsstrukturen gegeben, nur ein einziges Mal habe es ein Feedback gegeben. Dafür sei niemals das Timing eingehalten worden oder klar gewesen, wer die Entscheidungsträger seien. Tina Beuchler warnte hingegen davor, alle Werbungtreibenden über einen Kamm zu scheren. Nestlé pitche nicht sehr häufig und setze auf langfristige Agenturbeziehungen. Dies sei die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Eine Strategie, die auch der Deutsche Sparkasse- und Giroverband fährt.

„Häufige Wechsel bei den Agenturen haben viele Nachteile“, sagte Lothar Weissenberger. Matthias Dang hoffte derweil, dass kein Werbungtreibender so naiv sei, sich seine Agentur nach dem Kreativranking auszusuchen. Und auch im Binnenverhältnis Agentur-Vermarkter gibt es Verbesserungschancen findet Matthias Ehrlich. Während die jeweiligen Chefs sich auf Branchenveranstaltungen herzten, würden sich die Mitarbeiter nicht kennen, geschweige denn wissen, was die anderen genau machten. „Hier gibt es Potenzial zur Wertsteigerung, das wir nicht nutzen“, sagte Ehrlich. mir
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