OWM: Danone-Chef Ostermayr redet Klartext

Donnerstag, 15. November 2012
Offene Worte von Andreas Ostermayr
Offene Worte von Andreas Ostermayr

„Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit in der Kommunikation" heißt das Motto der OWM-Tagung 2012. Das klingt schwer nach PR, Polit-Sprech und Floskel-Deutsch. Umso positiver überrascht manch (selbstkritisches) Statement, wie das von Danone-Deutschland-Chef Andreas Ostermayr. „Markenartikler haben ein starkes Glaubwürdigkeitsproblem", konstatiert Ostermayr. Das gelte insbesondere für die Lebensmittelindustrie, die aus der Preis-, Werbe- und Rechtfertigungsfalle raus müssten. Statt auf emotionale Ehrlichkeit zu setzen, sei heute eine sachliche Ehrlichkeit gefragt. Soll heißen: Man muss den Verbraucher besser aufklären und informieren. „Ein Kilo Aprikosen für 79 Cent ist kein Schnäppchen, sondern ein unmoralisches Angebot“, sagt der Danone-Geschäftsführer. Qualität, das müsse man dem Konsumenten vermitteln, koste etwas. Diese Diskussion müsse die Branche führen, satt in den Werbeblöcken eine Revue von nachhaltigen, verantwortungsvollen Unternehmens-Imagefilmen zu zeigen.

Für die eigenen Produkte setzt er auf mehr Tranzparenz und Nachprüfbarkeit. Ostermayr kündigte an die Danone-Produktionsstätten weiter zu öffnen. Unter anderem denkt er über den Einsatz von Webcams nach, bei denen Konsumenten den Produktionsprozess verfolgen können. Doch der Entscheider hatte auch Wünsche an die Medien. Sie sollten Formate schaffen, die eine Informationsgrundlage schaffen. Talkshowrunden seien dafür nicht geeignet. „Hier geht es um Polemisierung“. Fast logisch folgt die Ankündigung, dass er sich vorerst nicht als Gast in so einem Format sieht. Schade eigentlich. mir
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