Nielsen: Werbemarkt stagniert im Mai / TV im Minus

Mittwoch, 15. Juni 2011
Der Discount drückt bei der Werbung weiterhin auf die Kostenbremse
Der Discount drückt bei der Werbung weiterhin auf die Kostenbremse


Der Bruttowerbemarkt lag im Mai nur 0,4 Prozent über Vorjahresniveau, wie die aktuelle Nielsen-Auswertung zeigt. Ernüchternd ist der Wert auch deshalb, weil der Monatsvergleich im April noch ein Plus von 5,4 Prozent auswies. Vor allem die schlechte Mai-Bilanz der TV-Vermarkter (minus 3 Prozent) drückt das Gesamtergebnis. Insgesamt investierten Werbungtreibende im Mai rund 2,2 Milliarden Euro in klassische Medien.
Kumuliert entwickelt sich der Werbemarkt 2011 weiterhin positiv. Die Brutto-Werbeumsätze zwischen Januar und Mai belaufen sich auf knapp 10,2 Milliarden Euro und liegen damit 3,9 Prozent über Vorjahr. Bis Ende April lag das Plus allerdings noch bei 4,8 Prozent. Das meiste Geld kommt nach wie vor von den Handelsorganisationen mit Bruttospendings in Höhe von 162 Millionen Euro, allerdings investieren Aldi und Co unter Vorjahresniveau (minus 5,5 Prozent). Für die Negativbilanz ist vor allem der Discount verantwortlich: gut 20 Prozent weniger gibt Aldi aus (23,8 Millionen Euro), rund 17 Prozent weniger Lidl (16 Millionen).

Die zweitstärkste Werbebranche Pkw liegt 11,8 Prozent im Plus und investiert zwischen Januar und Mai 137 Millionen Euro. Das stärkste Wachstum in den Top 10 verzeichnet die Corporate-Werbung mit knapp 60 Millionen Euro (plus 41,6 Prozent).

In der Gesamtbetrachtung entwickeln sich alle Werbeträger positiv - ausgenommen die Zeitungen, die es als einzige Gattung nicht mal auf ein Bruttoplus schaffen. Bis Ende Mai gehen die Einnahmen um 0,6 Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro zurück. Sie bleiben aber zweitstärkstes Medium nach dem Fernsehen, das rund 4,3 Milliarden Euro umsetzt (plus 0,8 Prozent). Die Publikumszeitschriften verbuchen 1,5 Milliarden Euro (plus 4,2 Prozent) und das Internet knapp 1,1 Milliarden, bleibt mit 26,3 Prozent allerdings die am stärksten wachsende Gattung.

Die Nielsen-Daten spiegeln wie üblich die Brutto-Entwickung wieder, Rabatte, Freispots und Gegengeschäfte sind nicht berücksichtigt. mh
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