Nielsen: Werbemarkt schwächelt / Media-Saturn hat Testphase beendet

Donnerstag, 10. April 2008
Nielsen-Chef Ludger Wibbelt registriert Zurückhaltung den Werbungtreibenden
Nielsen-Chef Ludger Wibbelt registriert Zurückhaltung den Werbungtreibenden

Der deutsche Werbemarkt schwächelt wieder. Hatte in der Statistik von Nielsen Media Research für die ersten beiden Monate des Jahres noch ein leichtes Plus von 0,8 Prozent unterm Strich gestanden, weist das 1. Quartal nun ein Minus von 0,2 Prozent bei den Bruttowerbeausgaben auf. Bereinigt, also nur auf die Werbeträger bezogen, die auch im vergangenen Jahr erfasst wurden, beträgt das Minus sogar 1 Prozent. Ludger Wibbelt, Geschäftsführer von Nielsen Media Research: "Die Zurückhaltung der Werbekunden zu Jahresbeginn ist unter anderem eine Folge der bedächtigen Binnenkonjunktur, Unsicherheit auf den internationalen Finanzmärkten sowie externen Eingriffen in die Werbewelt." Er geht aber nach wie vor von einem leichten Wachstum des Bruttowerbemarktes in diesem Jahr aus.

Hohes Werbepotenzial besitze in diesem Jahr die Fußball-EM 2008, wobei neben den offiziellen Sponsoren und nationalen Förderern ebenfalls einige Unternehmen Ambush-Kampagnen zum Fußball-Ereignis des Jahres schalten. In den ersten drei Monaten 2008 wurden bereits 28,1 Millionen Euro in Kampagnen investiert, die direkten beziehungsweise assoziierten Fußball-EM-Bezug hatten. Über 58 Prozent dieser Bruttowerbeinvestitionen enthielten dabei das offizielle EM-Logo, mehr als die Hälfte der investierten Fußball-EM-Spendings wurden also von den offiziellen Sponsoren und Partnern geschaltet. Größere Ambush-Kampagnen liefen unter anderem von Mars mit 3,5 Millionen Euro und Bitburger mit 2,6 Millionen Euro.

Ludger Wibbelt: Die Zurückhaltung der Werbekunden zu Jahresbeginn ist unter anderem eine Folge der bedächtigen Binnenkonjunktur“
Die Position als werbestärkste Branche verteidigten die Handelsorganisationen, die ihre Bruttowerbeaufwendungen leicht um minus 1,2 Prozent beziehungsweise 5,2 Millionen Euro auf knapp 430 Millionen Euro reduzierten. Auffällig: Media-Saturn, das im Februar den Werbedruck aus Testzwecken drastisch zurückgefahren hatte, ist im März wieder zur Tagesordnung zurückgekehrt und gab rund 47,8 Millionen Euro aus - im Vormonat waren es lediglich 8,5 Millionen Euro.

Die Medien TV und Kino verzeichneten bei den Above-the-line-Medien ein Wachstum von 5,4 beziehungsweise 31,7 Prozent, während die anderen Medien im Minus liegen. Das Fernsehen profitierte dabei insbesondere von den gesteigerten Bruttowerbeinvestitionen der Fest- und Mobilnetzfirmen (plus 36 Millionen Euro), der Unternehmen der Milchprodukte der weißen Linie (plus 27 Millionen Euro) und der Online-Dienstleistungen (16 Millionen Euro). Kino, das mit einem Plus von mehr als 30 Prozent die höchsten Zuwächse der Above-the-line-Medien verzeichnet, konnte seine Werbeumsätze indes insbesondere durch die Branchen Mobilnetz, Energie Firmen- und Imagewerbung und Unternehmenswerbung erhöhen, die ihre Werbeinvestitionen in diesem Medium um eine Million Euro steigerten.
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