Nielsen: Werbemarkt legt weiter zu

Freitag, 12. November 2010
Nielsen verzeichnet weiter steigende Werbeinvestitionen
Nielsen verzeichnet weiter steigende Werbeinvestitionen

Der Werbemarkt startet gut in das vierte Quartal. Im Oktober haben die Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr den Werbedruck um 11,3 Prozent erhöht. Ingesamt investierten die Werbungtreibenden laut Nielsen Media Research in den ersten zehn Monaten brutto rund 19,8 Milliarden Euro in die Werbung, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Plus von 11,1 Prozent. Und der Aufwärtstrend könnte sich weiter fortsetzen. Denn mit dem Anlaufen des Weihnachtsgeschäftes und der ersten -kampagnen sind weitere Investitionen zu erwarten. Schon jetzt sind alle Gattungen im Plus, vor allem Print findet wieder in den Mediaplänen statt. Die Zeitungen liegen mit 4,3 Milliarden Euro und einem Zuwachs von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr knapp über der Nulllinie. Die Fachzeitschriften kommen mit 331 Millionen auf ein Plus von 1,4 Prozent. Selbst die im vergangenen Jahr arg gebeutelten Publikumszeitschriften legen zu. Sie erwirtschafteten bisher 2,8 Milliarden, ein Wachstum von 4,3 Prozent. Am stärksten wachsen erneut Internet und TV. 1,8 Milliarden Euro stecken die Unternehmen mittlerweile in die Webwerbung, ein Plus von 36 Prozent. TV kommt mit einer Zunahme von 17 Prozent auf Spendings in Höhe von 8,5 Milliarden Euro. Und selbst das Sorgenkind des vergangenen Jahres, Kino, spielt mit 57 Millionen Euro einen 14,5 Prozent-Zuwachs ein. Hier macht sich erneut die neue performance-basierte Abrechnung bezahlt. Die Werbekunden zahlen nur noch für Besucher, die in den gebuchten Filmen oder Kinostandorten über die Kinokasse erfasst werden.

Werbestärkste Branche ist einmal mehr der Handel. Aldi, Media-Saturn und Co investierten zusammen bis Oktober rund 1,6 Milliarden Euro. Da ist ein Minus von 3,3 Prozent. Dagegen nehmen die Autobauer wieder den Fuß von der Werbebremse. 1,1 Milliarden Euro bedeuten ein Plus von 2,4 Prozent. Platz drei belegen die Zeitungen mit einer Milliarde Euro. Am stärksten erhöhten in diesem Jahr mit 109 Prozent die Hersteller von Deodorants ihre Werbeausgaben, gefolgt von der Unternehmenswerbung mit 62,5 Prozent. Darunter fällt unter anderem die Imagewerbung. Größter Spender ist einmal mehr Procter & Gamble. 457 Millionen Euro gab der Konsumgütergigant in diesem Jahr in den ersten zehn Monaten des Jahres für Werbung aus. Das entspricht einem Wachstum von 19,2 Prozent. Ebenfalls hat Media-Saturn seinen Werbedruck um knapp sechs Prozent verstärkt. Im Gegensatz zu Aldi und Lidl. Zählten die beiden Discounter im vergangenen Jahr noch zu den Treibern im Markt, steht 2010 eher unter dem Motto der Zurückhaltung. Aldi reduziert seine Ausgaben um 3,2 Prozent, Lidl um 25,8 Prozent. Ganz anders verhalten sich dagegen Vollsortimenter wie Edeka. Der Lebensmittelriese hat seinen Werbedruck nochmals erhöht. Das heißt in Zahlen: Spendings in Höhe von 188 Millionen Euro brutto entsprechen einem Plus von 6,4 Prozent. mir
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