Nielsen: Werbemarkt legt bis November um 1,2 Prozent zu

Montag, 15. Dezember 2008
Bis Ende November flossen 19,2 Milliarden Euro in klassische Werbung
Bis Ende November flossen 19,2 Milliarden Euro in klassische Werbung

Die Finanzkrise schlägt noch nicht deutlich auf den deutschen Werbemarkt durch. Wie aus der aktuellen Auswertung des Hamburger Medien- und Werbeforschungsunternehmens Nielsen Media Research hervorgeht, haben die Werbungtreibenden von Anfang Januar bis Ende November 19,2 Milliarden Euro für klassische Werbung ausgegeben. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Plus von 1,2 Prozent. Treiber dieses Ergebnisses ist erneut der Handel, der seine Spendings um 6,2 Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Euro aufstockte. Vor allem die Discounter Aldi und Lidl legten sich mächtig ins Zeug und hoben ihre Werbeausgaben bis Ende November um 29,7 beziehungsweise 28,8 Prozent an. Aldi steckte alleine im Vormonat knapp 32 Millionen Euro in Werbung, Lidl ließ sich seine Image-Kampagne rund 29 Millionen Euro kosten. Top-Spender bleibt trotz eines Rückgangs von 0,3 Prozent Media-Saturn. Das Ingolstädter Unternehmen gab alleine im letzten Monat knapp 70 Millionen Euro aus, 2008 bislang 426 Millionen Euro. 

Bei den krisengeschüttelten Autobauern haben sich die Werbeausgaben wieder etwas erhöht, wenn auch auf niedrigem Niveau. Verzeichnete die PKW-Branche bis Ende Oktober einen Rückgang von 9,1 Prozent, waren es bis Ende November nur noch minus 8,6 Prozent. Damit gaben die Autohersteller in diesem Jahr bislang rund 1,3 Milliarden Euro für Werbung aus. Ebenfalls im Minus stehen die Finanzdienstleister. Stagnierten deren Ausgaben bis Ende Oktober weitestgehend mit einem leichten Zuwachs von 0,3 Prozent, steht bis Ende November ein geringes Minus von 0,4 Prozent zu Buche. Damit erreichen die Werbespendings bislang ein Volumen von rund 565 Millionen Euro.

TV- und Plakat-Vermarkter können sich freuen

Bei den Mediengattungen müssen fast alle einen Rückgang in Sachen Werbeinvestitionen hinnehmen. Positive Ausnahme: TV und Plakat. Fernsehwerbung mit knapp 8,3 Milliarden Euro legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum unbereinigt um deutliche 5,1 Prozent zu. Plakatwerbung verbuchte ein Plus von 1,8 Prozent und kommt damit auf ein Werbevolumen von 738 Millionen Euro.

Nicht so rosig sieht es bei allen übrigen Medien aus: Radio mit einem Bruttowerbeumsatz von knapp 1,2 Milliarden Euro musste ein Minus hinnehmen - und zwar in Höhe von 1,3 Prozent. Auch bei den Printmedien gehen die Spendings zurück. Das Werbevolumen der Tageszeitungen nahm bis Ende November um 0,4 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro ab.

Besonders stark traf es die Publikumszeitschriften: Ihr Umsatz rauschte sogar um 3,8 Prozent abwärts auf 3,6 Milliarden Euro. Fachzeitschriften notierten einen Rückgang von 3,0 Prozent auf 394 Millionen Euro. Beim Medium Kino stehen die Zeichen ebenfalls im roten Bereich: minus 4,5 Prozent (rund 66 Millionen Euro). jm
Meist gelesen
stats