Nielsen: Werbemarkt erholt sich weiter

Mittwoch, 12. Mai 2010
Nach den Zahlen von Nielsen zieht der Werbemarkt weiter an
Nach den Zahlen von Nielsen zieht der Werbemarkt weiter an

Die positive Entwicklung am Werbemarkt hält an. Laut Nielsen Media Research haben die Unternehmen in den ersten vier Monaten des Jahres 7,5 Milliarden Euro brutto investiert. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von knapp 8 Prozent. Treiber sind neben der Pharma- und Gesundheitsbranche, vor allem die Süßwarenhersteller, Mobilfunk- und E-Commerceanbieter. So erhöhte sich der Werbedruck für Arzneimittelwerbung in den ersten vier Monaten um rund 21 Prozent, bei den Mobilfunkern um 30 Prozent. E-Commerce-Unternehmen legten insgesamt gar um 49 Prozent zu.  Dagegen stehen die Autobauer und die Handelsunternehmen insgesamt noch auf der Werbebremse.

An der Spitze der Werbungtreibenden rangiert erneut die Media Saturn-Holding mit Sitz in Inolstadt mit 36 Millionen Euro. Unter den Top 5 der werbestärksten Unternehmen hat lediglich Aldi seinen Werbedruck um 7 Prozent reduziert. Hier dürfte sich der Testlauf von Aldi-Süd auf Tageszeitungen zu verzichten bemerktbar machen. Der verschärfte Konkurrenzkampf und der Launch neuer Produkte in der Beauty-Branche hinterlässt auch bei der Werbung ihre Spuren. So erhöht Unilever seinen Werbedruck um 7 Prozent, L'Oréal legt um rund 16 Prozent zu. Richtig massiv investiert derzeit Schwarzkopf-Henkel.  Die Spendings wuchsen um 31 Prozent.

Von der positiven Stimmung bei den Unternehmen profitieren vor allem die Medien TV (3,3 Milliarden Euro), Internet (588 Millionen Euro) und Kino. Das Trio wächst zweistellig. Besonders beim Kino macht sich die mittlerweile  Umstellung auf performance-basierte Abrechnung bezahlt. Die Krise aus dem vergangenen Jahr scheint überwunden. Hier kletterte der Werbedruck im Vergleich zum Krisenjahr 2009 um 45 Prozent an. In konkreten Zahlen ausgedrückt heißt das: Die Unternehmen investierten in den ersten vier Monaten des Jahres 20 Millionen Euro. 

Probleme haben nach wie vor die Tageszeitungen und die Fachzeitschriften. Beide Gattungen sind mit Umsätzen von 1,7 Milliarden Euro und 132 Millionen Euro nach wie vor im Minus. Allerdings hat sich deren Talfahrt etwas reduziert. Ludger Wibbelt, Geschäftsführer Nielsen Media Research, sieht daher insgesamt optimistisch in die Zukunft. "Das positive erste Quartal und der noch bessere Start in das zweite Quartal machen Hoffnung." mir
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