Nielsen: Werbemarkt bekommt Frühlingsgefühle

Montag, 12. März 2012
Nielsen-Chef Ludger Wibbelt
Nielsen-Chef Ludger Wibbelt

Kalendarisch befinden wir uns noch im Winter. Der Werbemarkt bekommt dennoch erste Frühlingsgefühle - zumindest bei den Bruttozahlen. Laut Nielsen haben die Unternehmen im Februar ihren Werbedruck gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,5 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro erhöht. Insgesamt haben die Unternehmen in den ersten beiden Monaten des Jahres 3,6 Milliarden Euro in die Werbung gesteckt. Das ist ein Plus von 2,7 Prozent. Allerdings sind längst noch nicht alle Mediengattungen aus dem Winterschlaf erwacht. Neben TV mit Spendings in Höhe von brutto 1.4 Milliarden Euro (plus 7,3 Prozent) befinden sich lediglich Internet mit rund 374 Millionen Euro (plus 13,9 Prozent) und Radio mit knapp 210 Millionen Euro (plus 7,7 Prozent) auf Wachstumskurs. Kino (minus 5,9 Prozent), Zeitungen (minus 4,4 Prozent), Publikumszeitschriften (minus -4,1 Prozent) , Out of Home (minus 3,1 Prozent) und die Fachtitel (minus 3,1 Prozent) hingegen mussten erneut Einbußen hinnehmen.

Stärkster Werbungtreibender in diesem Jahr ist jetzt wieder Procter & Gamble mit brutto 71,5 Millionen Euro. Trotz des ersten Platzes bedeutet das gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 16,5 Prozent. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen Axel Springer mit knapp 52 Millionen Euro (minus 5,3 Prozent) und Unilever mit 48 Millionen Euro (plus 38,9 Prozent). Der Konsumgüterriese hält damit seinen Werbedruck in den Medien weiterhin hoch.

Ebenfalls mit viel Werbepower ist VW unterwegs. Um rund 29 Prozent auf 42,5 Millionen Euro fährt der Wolfsburger Autobauer, der aufgrund der guten Geschäftsergebnisse im vergangenen Jahr an seine Mitarbeiter eine Erfolgsprämie von brutto 7500 Euro ausschüttet, die Spendings hoch. Den höchsten Werbedruck unter den Top 10 der Werbungtreibenden baut allerdings die Telekom auf. Um satte 82,2 Prozent auf 28,6 Millionen Euro hat die Magenta-Truppe ihre Werbeausgaben erhöht. 

Dagegen agieren zwei andere Werbe-Dickschiffe deutlich defensiver. Bei Media-Saturn bedeuten Ausgaben von 41,9 Millionen Euro ein Minus von 48,5 Prozent. Bei Aldi stehen 31,7 Millionen Euro für ein Minus von 44,2 Prozent. mir
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