Nielsen: Weltweite Werbeausgaben wachsen um knapp neun Prozent

Donnerstag, 07. Juli 2011
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Das erste Quartal 2011 war ein starker Auftakt. Weltweit stiegen die Werbeausgaben um 8,8 Prozent auf 118 Milliarden US-Dollar. Das ergeben die Berechnungen von Nielsen anhand der offiziellen Preislisten. Nach dem "Global Adview Pulse"-Bericht profitierte vor allem TV von der Entwicklung. In dem Kanal kletterten die Investitionen der Unternehmen um 11,9 Prozent.  Der Marktanteil unter den klassischen Medien Radio, Zeitschriften und Zeitungen - die Internetwerbung erfasst die Studie nicht - erhöhte sich auf 65,3 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 1,8 Prozentpunkten. "Von 10 US-Dollar entfielen 6,50 US-Dollar auf die Fernsehwerbung. Das macht deutlich, dass das Medium TV immer noch das wichtigste und kosteneffektivste Werbemedium ist, wenn Unternehmen neue Konsumenten erreichen wollen, insbesondere in den boomenden Entwicklungsmärkten," sagt Randall Beard. Der Global Head of Advertiser Solutions bei Nielsen stellt zudem fest, dass vor allem Frauen TV als Informationsquelle für Service- und neue Produktangebote nutzen.

Betrachtet man den Bericht nach Ländern fallen zwei Trends auf. Im weltgrößten Werbemarkt USA fasst die Werbung weiter Tritt, zudem nehmen die Ausgaben der Unternehmen in den Boommärkten Asien und Lateinamerika weiter zu. Zwischen Januar und März 2011 kletterten die Ausgaben in den Vereinigten Staaten um fast sechs Prozent auf fast 27 Milliarden US-Dollar. Während TV, Radio und Zeitschriften zulegten, mussten die Zeitungsverlage ein Minus von zehn Prozent verkraften. Dagegen muten die Verluste der Verleger in Westeuorpa noch nahezu paradiesisch an. Hier gingen die Umsätze um 1,6 Prozent zurück. Ohnehin verzeichnet die Region global betrachtet mit 2,9 Prozent das geringste Wachstum. Die Erklärung dafür ist relativ einfach. In den von Euro- und Schuldenkrise gebeutelten Märkten Griechenland, Irland, Italien und Spanien (minus 1,2 Prozent) gingen die Spendings zurück. Besonders im Land von Aristoteles, Gyros und Sirtaki fiel der Rückgang dramatisch aus. Die Unternehmen reduzierten hier die Spendings um 20,7 Prozent. In Italien und Irland fällt dagegen das Minus mit 3,8 Prozent beziehungsweise 2,8 Prozent fast noch bescheiden aus. Dennoch können den Investitionsstopp nicht einmal mehr die stark zulegenden Märkte Türkei (plus 12,9 Prozent), Frankreich (plus 11,6 Prozent) und Norwegen (plus 10,2 Prozent) auffangen.

Die Treiber des globalen Wachstums sind hingegen der Raum Asien-Pazifik (plus 12,4 Prozent), Lateinamerika (plus 11 Prozent) und die Region Mittlerer Osten/Afrika (plus 10,4 Prozent).  Ob das aber so bleibt, ist offen. Denn die Unruhen in der Region haben Auswirkungen auf das Werbeverhalten der Unternehmen. So bracht der agyptische Werbemarkt während der Demokratiebewegung im Frühjahr nahezu völlig zusammen. Um 51,3 Prozent gingen hier die Spendings zurück. Ohnehin erwarten viele Experten eine Eintrübung des Werbeklimas.  Ob dem starken Auftakt eine weitere Werbewelle folgt, werden daher erst die kommenden Monate zeigen. mir
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