Nielsen: Wachstum der Werbeaufwendungen verlangsamt sich

Donnerstag, 06. Oktober 2011
Die Werbekonjunktur verliert an Schwung
Die Werbekonjunktur verliert an Schwung

Es ist der Blick zurück, doch er sagt viel über die derzeitige Stimmungslage im Marketing weltweit aus: Verunsicherung, vorsichtig investieren, abwarten. Damit hinterlassen die Börsenturbulenzen und die anhaltende Schuldenkrise erste Spuren. Laut Nielsen haben sich im zweiten Quartal 2011 die Werbeaufwendungen in 16 der weltweit 36 erfassten Märkte reduziert. Zwar stiegen die die Quartalsaufwendungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,7 Prozent auf brutto insgesamt 127 Milliarden US-Dollar. Doch im Vergleich zum ersten Quartal hat sich das wachstum deutlich verringert. In den ersten drei Monaten waren die Werbeausgaben um 8,9 Prozent angestiegen.

Insgesamt gaben die Werbungtreibenden im ersten Halbjahr 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 7,2 Prozent mehr aus. Für die Wachstumsbremse gibt es laut Nielsen zwei Gründe: Zum einen haben die Konsumgüterhersteller ihre Investitionen in Europa und Nordamerika reduziert, zum anderen leiden in beiden Regionen die Anzeigen unter weiteren Anzeigenverlusten. "Neuerliche Bedenken hinsichtlich einer weiteren Rezession und Konsumzurückhaltung veranlassten die Werbungtreibenden, sich aus den meistbedrängten Regionen in Westeuropa und Nordamerika zurückzuziehen", stellt Randall Beard, Global Head of Advertiser Solutions bei Nielsen fest. Die Investitionen der FMCG-Branche sanken global um 4 Prozent, in Europa um 3,6 Prozent und in Nordamerika um 3 Prozent.

Allerdings stehen nicht alle Konsumgüterhersteller auf der Bremse. Vor allem Kosmetik- und Körperpflegemittelhersteller geben weiter Geld aus, 6,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Richtig kräftig investiert haben im zweiten Quartal zudem Bekleidungs- und Accessoires-Unternehmen. Die Branche steigerte ihre Aufwendungen um fast 18 Prozent.

Vor allem Asia-Pazifik (plus 27,9 Prozent) ist für die Steigerung verantwortlich. Ohnehin ist die Region einer der Treiber im Markt. Sie verzeichnet das stärkste regionale Wachstum mit einem Plus von 9,3 Prozent - was vor allem daran liegt, das die Unternehmen vor allem in Indonesien (plus 18,9 Prozent), China (plus 14,8 Prozent), Hongkong (plus 13,4 Prozent) und den Philippinen (plus 12,6 Prozent) investieren.

In Westeuropa hingegen hat sich nahezu nichts verändert. Mit einem Minus von 0,3 Prozent stagniert der Markt.  Sieben der zwölf erfassten Märkte weisen Rückgänge auf. Dazu gehören etwa Griechenland mit einem Minus von knapp 14 Prozent  und Spanien mit einem Minus von 12,6 Prozent. Zu den positiven Beispielen zählt Deutschland. Hier hat der Markt von April bis Ende Juni um 3,1 Prozent zugelegt. Gleiches gilt für den größten Werbemarkt der Welt, den USA. Ganz anders dagegen ist die Situation in Ägypten. Hier haben die Unternehmen ihre Spendings um über 50 Prozent verringert. mir
Meist gelesen
stats