Nielsen: Unternehmen erhöhten im ersten Quartal weltweit den Werbedruck

Montag, 19. Juli 2010
Laut Nielsen ziehen die Bruttowerbeinvestitionen weltweit an
Laut Nielsen ziehen die Bruttowerbeinvestitionen weltweit an

Die Unternehmen investieren weltweit wieder mehr in Werbung, jedenfalls brutto. Nach Erhebungen des Marktforschungsunternehmens Nielsen für seinen Global AdView Report erhöhten die Firmen im ersten Quartal des Jahres den Werbedruck um plus 12,5 Prozent auf 110 Milliarden US-Dollar. Die weltweit größten FMCG-Hersteller, Procter & Gamble und Unilever, waren auch die weltweit führenden Werbungtreibenden im ersten Quartal 2010. In den Regionen der Welt verzeichnete Lateinamerika mit einem Plus von 48 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2009 den größten Zuwachs. In Asien-Pazifik stieg der Werbedruck um 13 Prozent, obwohl Japan kein Wachstum verzeichnete. Während Europa einen Zuwachs von 7 Prozent meldete, konnte Südafrika von der Fußballweltmeisterschaft 2010 mit einem Wachstum von 18 Prozent profitieren. Unter den fünf größten europäischen Märkten konnte Frankreich das größte Werbewachstum mit plus 11 Prozent verzeichnen, gefolgt von Deutschland mit 8 Prozent. In den restlichen Hauptwerbemärkten konnten Italien und Großbritannien um 5 beziehungsweise 8 Prozent wachsen. Lediglich in Spanien gingen die Werbeausgaben weiterhin um 3 Prozent zurück.

In China, dem drittgrößten Werbemarkt der Welt, erhöhte sich die Ausgaben um 18 Prozent auf 22 Milliarden US-Dollar. Im weltweit größten Werbemarkt, den USA, erhöhten sich die Spendings immerhin um vier Prozent.

Für Michele Strazzera, stellvertretender Geschäftsführer von Nielsen Global AdView, sind das erste Anzeichen einer Entspannung. "Nach 18 aufeinander folgenden harten Monaten für die Werbeindustrie haben wir nun letztendlich positives Terrain erreicht." Jubelarien hält der Marktforscher dennoch für verfrüht.  „Während eine zweistellige Erholung ein viel versprechendes Zeichen setzt, sind die Zahlen immer noch deutlich unter dem Niveau des Zeitraums vor dem Konjunkturrückgang und die Höhe des Wachstums ist in der Tat auf die schwache Leistung des ersten Halbjahres 2009 zurückzuführen."

Innerhalb der Medienkanäle konnte Fernsehen mit einer Steigerung von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr das größte Stück des Werbekuchens für sich abschneiden. Die TV-Werbeumsätze erreichten einen zweistelligen Zuwachs in allen Regionen von Lateinamerika (53 Prozent) bis hin zu Nordamerika (9 Prozent). Die Ausgaben für Radio- und Zeitungswerbung erhöhten die Unternehmen um zehn und neun Prozent. Die Werbeerlöse von Zeitschriften blieben global gesehen unverändert, sind aber in Nordamerika um 7 Prozent zurückgegangen. Weiter positiv entwickelt sich das Internet. Im ersten Quartal 2010 kam es auf ein Plus von 12 Prozent.

Bei den Branchen haben erneut die FMCG-Unternehmen die Nase vorne. Sie erhöhten den Druck um 23 Prozent. Innerhalb der Branche verzeichen alle Produktgruppen Werbezuwächse von mehr als 20 Prozent, allen voran die Reinigungs- und Pflegemittel sowie Kosmetik und Pflege (plus 27,4 Prozent bzw. plus 25,6 Prozent), dicht gefolgt von den Lebensmitteln und Getränken. Zugelegt haben bedingt durch zwahlreiche Neueinführungen und den Start von Markenkampagne die Autohersteller. Sie investierten 19 Prozent mehr in die Werbung. Ebenfalls im Plus befinden sich die Finanzdienstleistungen (plus 17 Prozent) und Gebrauchsgüter (plus 16 Prozent). mir
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