Nielsen: Unternehmen erhöhen im November weiter den Werbedruck

Dienstag, 14. Dezember 2010
Nielsen-Chef Ludger Wibbelt
Nielsen-Chef Ludger Wibbelt

Wer hätte das zu Beginn des Jahres gedacht: die Unternehmen erhöhen kontinuierlich ihren Werbedruck. Zwischen Januar und November haben die Werbungtreibenden ihre Spendings im Vergleich zum Vorjahreszeitrum um 11,2 Prozent auf brutto 22,5 Milliarden Euro erhöht. Das zeigt die aktuelle Erhebung von Nielsen Media Research in Hamburg. Der November schneidet mit 12,2 Prozent gar überdurchschnittlich ab. Die logische Konsequenz: Alle Mediengattungen sind im Plus. Keine große Überraschung ist, dass das Internet nach wie vor stark am wachsen ist. In den elf Monaten des laufenden Jahres legte die Web-Werbung um fast 34 Prozent zu. Knapp über 2 Milliarden Euro investieren die Unternehmen mittlerweile in den digitalen Kanal. Und ein Ende ist nicht abzusehen, trotz des abflachenden Hypes um Social Media. TV hingegen bleibt knapp unter der 10-Milliarden-Grenze, trotz eines Wachstums von knapp 17 Prozent. Auf dem Weg der Besserung befindet sich auch der schon totgesagte Patient Print. Die Publikumstitel erzielen immerhin mit 3,2 Milliarden Euro ein Plus von 5,1 Prozent. Bescheidener müssen sich die Fachzeitschriften mit einem 1,4-Prozent-Zuwachs geben. Dem Sorgenkind Zeitungen gelingt es immerhin, sich etwas von der Nulllinie abzusetzen. Mit 4,8 Milliarden Euro schaffen die Blätter ein Brutto-Wachstum von 0,8 Prozent.

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Dass sich performancebasierte Abrechnung lohnen kann, zeigt einmal mehr in diesem Jahr die Gattung Kino. Seit Januar kaufen die Werbekunden im Medium nur noch Kontakte ein – 882 Millionen Euro, bedeuten nach dem Krisenjahr 2009 für die Lichtspielttempel einen Zuwachs von rund 13 Prozent. Plakat und Radio entwickeln sich mit 6,4 Prozent und 3,5 Prozent ebenfalls positiv.

Mit dem höchsten Werbedruck im Markt agiert in diesem Jahr bislang Procter & Gamble. Spendings in Höhe von 539 Millionen Euro entsprechen einem Zuwachs von knapp 17 Prozent. Das ist nicht der einzige Konsumgüterhersteller, der offensiv agiert. Unilever investierte zwischen Januar und November fast 12 Prozent mehr in die Werbung. Ferrero gar 16 Prozent. Knapp über 358 Millionen Euro bedeuten für den Rocher- und Kinderschokolade-Hersteller mit Sitz in Frankfurt Platz 3 im Ranking der stärksten Werbungtreibenden. Nur Media-Saturn gab mit rund 453 Millionen Euro noch mehr aus. Dagegen rutscht Aldi erstmals seit langem wieder auf Platz 4 ab. Rund 352 Millionen Euro steckte der Discountkönig in den elf Monaten des Jahres in die Werbung. Das bedeutet im Vergleich ein Minus von 2,7 Prozent. Wettbewerber Lidl trat mit einem Abbau des Werbebudgets um fast 26 Prozent noch deutlicher stärker auf die Werbebremse. Dagegen befindet sich Vollsortimenter Edeka nach wie vor auf Angriffskurs. Ein sattes Plus von fast 7 Prozent und knapp 210 Millionen Euro weist Nielsen für den größten deutschen Lebensmittelhändler aus.

Und das könnten noch mehr werden. Ludger Wibbelt, Geschäftsführer Nielsen Media Research, jedenfalls zeigt sich für den noch ausstehenden Monat Dezember optimistisch. Sein erstes Fazit für das Jahr 2010 fällt eindeutig aus. „Der Bruttowerbemarkt in Deutschland wird im Gesamtjahr mit einem deutlichen Plus abschließen, das heißt die Unternehmen werben um die Gunst der Kunden in 2010 wie noch nie zuvor.“ Wer hätte das zu Beginn des Jahres gedacht. mir
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