Nielsen Media Research: Werbemarkt wächst im 1. Halbjahr um 6,5 Prozent

Dienstag, 13. Juli 2004

Die Werbekonjunktur scheint sich weiter zu erholen: Im ersten halben Jahr 2004 stiegen die Bruttowerbeaufwendungen in den klassischen Medien gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,5 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro. Bis Mai lag das aufgelaufene Plus erst bei 6,1 Prozent. Laut der aktuellen Statistik von Nielsen Media Research, Hamburg, sind die Bruttowerbeinvestitionen in den ersten sechs Monaten damit um mehr als 530 Millionen Euro gestiegen.

Wachstumstreiber sind vor allem die Wirtschaftsbereiche Handel (plus 14,2 Prozent auf 829 Millionen Euro), Telekommunikation (plus 28,5 Prozent auf 331 Millionen Euro) und Finanzen (plus 33,2 Prozent auf 285 Millionen Euro). Unter den Top 10 der in Deutschland am stärksten beworbenen Produkte stammen vier aus Discounterunternehmen (Lidl, Aldi, Plus und Penny) und zwei aus technischen Kaufhäusern (Media-Markt, Saturn). "Viele klassische Markenartikler hingegen halten sich nach wie vor zurück", interpretiert Ludger Vornhusen, Geschäftsführer von Nielsen Media Research, die Ergebnisse.

Trotz stagnierender Werbeinvestitionen von minus 0,9 Prozent auf 849 Millionen Euro behauptet sich der Automarkt als werbestärkste Branche. Größter Werbungtreibender ist Lidl (157 Millionen Euro). Procter & Gamble, im vergangenen Jahr noch auf Platz 1 der Rangliste, ist mit einem Minus von 24 Prozent auf 115 Millionen Euro mittlerweile auf Platz 5 abgerutscht.

Den größten Teil der Werbeausgaben vereinigt nach wie vor das Fernsehen auf sich, das um 4,4 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro zulegt. Die Zeitungen machen 12,4 Prozent gut und rangieren bei 2,2 Milliarden Euro, wobei das Rubrikengeschäft bei Nielsen nicht abgebildet wird. Publikumszeitschriften verzeichnen einen Umsatz von 1,9 Milliarden Euro (plus 5,1 Prozent). Im Vergleich zum 1. Halbjahr 2003 macht Online ein Minus von 2,6 Prozent auf 138 Millionen Euro. Einen Verlust von 0,7 Prozent verbuchen die Fachzeitschriften (213 Millionen Euro). Radio wächst im Marktschnitt und kommt nunmehr auf Werbeeinnahmen in Höhe von 473 Millionen Euro, Plakat auf 285 Millionen Euro (plus 5,4 Prozent).

"In den letzten zwölf Monaten ist der Bruttomarkt durchgängig und damit stabil gewachsen. Getragen wird das Wachstum durch wenige Wirtschaftbereiche beziehungsweise Großunternehmen: Telekommunikation, Finanzen und vor allem preisaggressive Handelsorganisationen bauen ihre Werbeinvestitionen weiter aus. Viele klassische Markenartikler hingegen halten sich nach wie vor zurück", sagt Vornhusen. rp/ra
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