Nielsen-Jahresbilanz: Spendings bleiben mit rund 26 Milliarden Euro stabil

Donnerstag, 17. Januar 2013
Procter & Gamble war mit 536 Millionen Euro Top-Spender 2012
Procter & Gamble war mit 536 Millionen Euro Top-Spender 2012

Eines zeigt die Werbebilanz 2012 deutlich: Sowohl die Fußball-Europameisterschaft 2012 als auch die Olympischen Sommerspiele fielen als Werbeturbo aus. Das dritte Quartal, in der die beiden sportlichen Großereignisse stattfanden, war das schwächste des gesamten Jahres. Insgesamt aber fällt die Bilanz von Nielsen auf Bruttobasis halbwegs zufriedenstellend aus. Mit 26,2 Milliarden Euro haben die Unternehmen brutto im vergangenen Jahr 0,9 Prozent mehr investiert als im Jahr 2011. "Auf dem deutschen Werbemarkt kommt die soldide Situation der deutschen Wirtschaft zum Tragen", sagt denn auch Dirk Reinbothe, Director AIS Germany bei Nielsen.  Bei den Gattungen ist Online der große Gewinner. Um 17,7 Prozent stiegen hier die Investments. Die zunehmende Verbreitung von Smartphones und Tablets spiegelt sich auch schleichend in den Ausgaben der Unternehmen bei der mobilen Werbung wider. Knapp 56 Millionen Euro flossen in den jungen Mark. Für 2013 rechnet Reinbothe mit einer weiteren deutlichen Steigerung. TV schaffte auf Bruttobasis mit 11,3 Milliarden Euro ein leichtes Plus von 2 Prozent. Positiv ist auch die Bilanz für Radio. Um 6,1 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro haben die Werbungtreibenden hier den Druck erhöht. Kino freut sich über ein Plus von 10,5 Prozent und Out of Home ist mit einem Mini-Wachstum von 0,4 Prozent und 1,2 Milliarden Euro stabil.

Ganz anders die Situation bei Zeitungen und Zeitschriften. Die Printmedien haben das Jahr 2012 mit einem Rückgang von 5,4 Prozent geschlossen. 

Top-Spender war einmal mehr Procter & Gamble mit 536 Millionen Euro. Insgesamt hielten die Top 10 der werbestärksten Unternehmen den Druck hoch. Lediglich Unilever (Minus 11,2 Prozent) und Media-Saturn Holding (Minus 9,7 Prozent) haben in der Spitzengruppe die Spendings reduziert. Bei Lidl macht sich hingegen die Rückkehr in die TV-Werbung im Herbst 2012 bemerkbar. 233 Millionen Euro bedeuten ein Plus von 1,2 Prozent. Damit hat der Neckarsulmer Discounter seinen Teil dazu beigetragen, dass der Handel 2012 die werbestärkste Branche ist. 1,7 Milliarden Euro haben die Unternehmen insgesamt investiert, 676 Millionen Euro alleine die Discounter. Allerdings - und das ist die Kehrseite der Medaille - hat der Handel insgesamt den Werbedruck um 12,5 Prozent vermindert.

Ganz anders hingegen die PkW-Bauer. Obwohl der deutsche Markt nahezu stagniert haben die Autohersteller den Werbedruck um 7,4 Prozent auf 1,65 Milliarden Euro erhöht.

Und noch zwei Ergebnisse lassen sich aus den Nielsen-Zahlen herauslesen. Zum einen haben die Unternehmen in Zeiten der Euro- und Schuldenkrise in ihr Image investiert. Rund 660 Millionen Euro bedeuten ein Plus von satten 31 Prozent. Zum anderen zeigt sich das Wachstum des Online-Handels auch in der Nielsen-Statsitik. Die E-Commerce-Werbung kam in 2012 auf 760 Millionen Euro, ein Plus von 30,3 Prozent. Da wundert es kaum, dass auch Suchmaschinen, Communities oder Vergleichsportale nochmals eine Schippe drauflegten. 954 Millionen bedeuten ein Plus von 3,6 Prozent. mir
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