Nielsen: Bruttowerbemarkt wächst im 1. Halbjahr um 4,6 Prozent

Mittwoch, 13. Juli 2011
Gegen den Trend: Danone hat seine Investitionen um fast die Hälfte reduziert
Gegen den Trend: Danone hat seine Investitionen um fast die Hälfte reduziert


Rund 12,1 Milliarden Euro haben Deutschlands Werbungtreibende im ersten Halbjahr 2011 in klassische Medien investiert - und damit 4,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das prozentuale Wachstum dürfte die Branche auch deshalb erfreuen, weil die Wachstumsrate Ende Mai mit 3,9 Prozent unter die 4-Prozent-Marke gerutscht war.
„Die Entwicklung des Bruttowerbedrucks ist in den ersten sechs Monaten 2011 insgesamt stabil verlaufen. Nachdem der Bruttowerbemarkt bereits im ersten Quartal ein Plus von 4,5 Prozent verzeichnete, schloss das zweite Quartal mit einem Plus von 4,7 Prozent noch eine Nuance besser ab", sagt Ludger Wibbelt, Geschäftsführer Nielsen Media Research.

Nielsen-Geschäftsführer Ludger Wibbelt
Nielsen-Geschäftsführer Ludger Wibbelt
Das nach wie vor stärkste Wachstum verzeichnet die Unternehmenswerbung. Für rund 338 Millionen Euro warben Unternehmen wie Esprit und Procter & Gamble fürs eigene Image. Weitere Steigerungen unternahmen die Autobauer, die ihren Bruttowerbedruck um 61 Millionen Euro auf 759 Millionen ausbauten und damit weiterhin den Handelsorganisationen als werbestärkste Branche folgen. Automobilhersteller, die ihren Bruttoetat um mehr als 10 Millionen Euro nach oben schraubten, waren Seat (plus 13 Millionen Euro), Toyota (plus 12 Millionen Euro) und Opel (plus 11 Millionen Euro).

Die höchsten Reduzierungen nahmen die Hersteller weißer Milchprodukte vor (minus 68 Millionen Euro). Allein Danone hat seine Investitionen um 45 Millionen Euro und damit fast die Hälfte reduziert hat. Getroffen hat es vor allem die Marke Activia, was das zuvor stark genutzte Werbemedium TV zu spüren bekam. Deutlich reduziert haben im 1. Halbjahr auch die Handelsunternehmen - und zwar in Höhe von 52 Millionen Euro auf nunmehr knapp 970 Millionen Euro. Damit setzt sich der Negativtrend aus dem Vorjahr fort.

Erfreulicherweise entwickeln sich fast alle Werbeträger positiv - bis auf die Zeitungen, die unter den Reduzierungen der Handelsunternehmen zu leiden haben. Allein die Händler steckten 86 Millionen Euro weniger in Zeitungswerbung, Bekleidungsunternehmen sparten um weitere 20 Millionen Euro.

In den Halbjahreszahlen hat Nielsen auch den Effekt der Frauenfußball-WM beleuchtet, der erwartungsgemäß deutlich geringer ausfiel als zur WM der Herren 2006. Insgesamt wurden in den vergangenen sechs Monaten für Werbemaßnahmen, die sich direkt oder indirekt auf die Frauenfußball-WM beziehen, knapp 60 Millionen Euro investiert. 2006 war der Wert mit 562 Millionen Euro ungleich höher. mh
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