Nielsen-Bericht: Rückläufige Werbeausgaben in Europa

Freitag, 08. Februar 2013
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Marketiers in Westeuropa haben ihre Ausgabenfreude in den ersten drei Quartalen 2012 deutlich gezügelt. Allein im dritten Quartal fuhren sie ihre Bruttowerbeausgaben im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres um 4,8 Prozent zurück. Das bedeutet einen Rückgang von insgesamt 3,4 Prozent in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres. Das geht aus dem vierteljährlichen "Global AdView Pulse" von Nielsen hervor. Die Marktforscher geben der Wirtschaftskrise die Schuld an der Entwicklung.
Prozentuale Veränderungsraten der Werbeausgaben in den Regionen von Januar  bis September 2012 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
Prozentuale Veränderungsraten der Werbeausgaben in den Regionen von Januar bis September 2012 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
Ganz anders dagegen der Trend bei den Spendings weltweit. Für das dritte Quartal 2012 verzeichnet Nielsen ein Wachstum von 4,3 Prozent auf insgesamt 139 Milliarden US-Dollar. "Vor allem die Olympischen Spiele und die US-Präsidentschaftswahlen haben zu mehr Investitionen geführt", sagte Randall Beard, Global Head Advertiser Solutions bei Nielsen. Im ersten Halbjahr fiel das Wachstum mit 2,7 Prozent etwas verhaltener aus. Deutliche Zuwächse verzeichnete Nordamerika, wo die Werbeausgaben bis September 2012, gestützt von einem Anstieg von 10,2 Prozent im dritten Quartal, um fünf Prozent stiegen. Im Nahen Osten und in Afrika gab es ein Plus von 18,9 Prozent, in Lateinamerika 6,4 Prozent.

Zwar investieren die Unternehmen weltweit das meiste Geld in Fernsehwerbung, nämlich 61,8 Prozent der gesamten Werbeausgaben. Prozentual am stärksten stiegen aber die Investitionen für Internet- und Kinowerbung. Sie legten im Zeitraum von Januar bis September 2012 um 7,7 respektive. 9,2 Prozent zu. Laut Nielsen profitierte die Online-Werbung vor allem davon, dass Werbungtreibende aus den Branchen Finanzen, Fast Moving Consumer Goods und Telekommunikation ihre Budgets aufstockten. So war das Internet auch der einzige Medienkanal, der im schwächelnden Westeuropa Wachstum verbuchte: Die Display-Onlinewerbung brachte es im Lauf der ersten drei Quartale 2012 auf einen Anstieg von neun Prozent. Die globalen Werbeausgaben für Anzeigen in Zeitungen blieben im selben Zeitraum weitgehend stabil (plus 0,8 Prozent).

Die FMCG-Hersteller erhöhten ihre Spendings um sechs Prozent im Vergleich zu 2011. Allein im dritten Quartal 2012 steigerten sie ihre Ausgaben um 9,6 Prozent, was nach Angaben von Nielsen vor allem auf Lebensmittel- und Getränkewerbung zurückführen ist. Mit 25,1 Prozent hält der FMCG-Sektor insgesamt den größten Marktanteil am globalen Bruttowerbemarkt. Als ausgabefreudig erwiesen sich in den ersten neun Monaten auch die Telekommunikationsbranche (plus 6,6 Prozent), Medienunternehmen (plus 6,1 Prozent) und Autoproduzenten (plus 6 Prozent). fo
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