Neustart für Karstadt: Berggruen übernimmt insolventen Warenhauskonzern

Dienstag, 08. Juni 2010
Auf Nicolas Berggruen ruhen ab sofort die Hoffnungen von 25.000 Karstadt-Beschäftigten
Auf Nicolas Berggruen ruhen ab sofort die Hoffnungen von 25.000 Karstadt-Beschäftigten

Die anstrengende Schlacht ist vorbei. Der US-deutsche Privatinvestor Nicolas Berggruen hat den Gläubigerausschuss der insolventen Warenhauskette Karstadt mit großer Mehrheit überzeugt. Nach mehr als achtstündigen Beratungen gab Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg am Montagabend die Entscheidung für den Sohn des Berliner Kunstsammlers und Mäzens Heinz Berggruen als neuen Eigentümer bekannt. Berggruen hat sich gegenüber dem ursprünglich favorisierten Konsortium aus der US-Investmentbank Goldman Sachs sowie der deutsch-schwedischen Beteiligungsgesellschaft Triton durchgesetzt, das ebenfalls ein Angebot abgegeben hatte. Der vierte Interessent, eine Gruppe um den russischen Unternehmer Artur Pachomow, hatte bis Sitzungsbeginn nicht alle erforderlichen Unterlagen vorgelegt.

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Der überwiegend in den USA lebende Investor will Karstadt als Ganzes weiterführen und sämtliche 25.000 Arbeitsplätze erhalten. Berggruen kündigte an, er wolle dem Konzern "frische und attraktive Perspektiven" eröffnen, um die "Kultmarke Karstadt" zu retten. Von der Belegschaft, die im Rahmen des Sanierungsplans in den kommenden drei Jahren auf 150 Millionen Euro verzichten wird, erwarte er keine weiteren Zugeständnisse. Von den Eigentümern der 120 Warenhäuser fordert er dagegen deutliche Mietminderungen. Am Nachmittag ist der Kaufvertrag unterzeichnet worden. jm
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