Neupositionierung: Ergo investiert 54 Millionen Euro ins Marketing

Dienstag, 18. Mai 2010
Andrea Hoelken, Marketingleiterin der Hamburg-Mannheimer
Andrea Hoelken, Marketingleiterin der Hamburg-Mannheimer

Der Versicherungsriese Ergo stockt in diesem Jahr sein Marketingbudget kräftig auf. 54 Millionen Euro wollen die Düsseldorfer investieren, im kommenden Jahr kommen weitere 19 Millionen Euro on Top. Damit will die Tochter der Münchner Rück nicht nur ihren Namen bundesweit bekannt machen, sondern eine starke Versicherungsmarke aufbauen. Künftig tritt das Unternehmen nur noch mit den Marken Ergo, D.A.S und DKV am Markt auf.  Lediglich bei den ehemaligen Victoria-Vertretungen bleibt der Name in ErgoVictoria ein klein wenig erhalten. "Das ist keine Übergangslösung, das bleibt so", kündigte Andrea Hoelken, Marketingleiterin der Hamburg-Mannheimer, gestern an. Klar ist auch, dass die Werbeikone der Hamburg-Mannheimer, Herr Kaiser, in der Launchkampagne keine Rolle spielen wird. Wie die Kampagne aussehen wird, ist noch unklar. Nur soviel steht nach heutigem Stand fest: An eine Testimonialkampagne ist nicht gedacht. Der werbliche Schwerpunkt des vermutlich größten Aufschlags eines Versicherungsunternehmens in Deutschland liegt auf TV und Plakat, flankiert von Internet und Print. 

Vergangene Woche hatte sich Aimaq & Stolle im Pitch gegen vier Konkurrenten durchgesetzt. Im November hatte Ergo beschlossen, die Marken Hamburg-Mannheimer, Victoria und den Direktversicherer Karstadt-Quelle-Versicherungen vom Markt zu nehmen. Zum einen hatte die Arcandor-Pleite aufgrund des Namensähnlichkeit die KQV im Image beschädigt, zum anderen ist das Unternehmen überzeugt, mit der Marke Ergo sein Geschäft wesentlich besser internationalisieren zu können.

Ein dritter Grund sind die veränderten Kundenströme. "Wir müssen für den Kunden von der Information bis zum Abschluss über alle Kanäle erreichbar sein", sagt etwa Thomas Bischof, Leiter Ergo-Konzernentwicklung. Vor allem vom Direktmarkt erhofft sich das Management mit Ergo Direkt Neugeschäft. Das Wachstum hier ist drei mal so hoch wie im gesamten Versicherungsmarkt. Dabei will sich das Unternehmen allerdings nicht als preisaggressiver Anbieter positionieren. mir
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