Nestlé lenkt nach Greenpeace-Kampagne ein

Montag, 17. Mai 2010
Mit Social Media zum Erfolg: Greenpeace
Mit Social Media zum Erfolg: Greenpeace

Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé reagiert auf die Greenpeace-Kampagne zum Schutz der Regenwälder in Indonesien und will künftig auf die Verwendung von Palmöl und Papier aus der Region verzichten. Die Umweltschutzorganisation feiert die Ankündigung als Erfolg ihrer Social-Media-Kampagne im Internet. Nach Angaben von Greenpeace haben sich in den vergangenen zwei Monaten rund 250.000 Menschen an der Kampagne beteiligt und online gegen die Verwendung von Palmöl aus gerodeten Urwäldern protestiert. Ein virales Video, die Verwendung von Palmöl für Süßigkeiten wie Kitkat anprangert, wurde 1,5 Millionen mal angeklickt. 2000 Verbraucher beteiligten sich an einer Aktion, bei der Verbraucher Forderungen via Twitter auf eine Leinwand vor der Frankfurter Deutschland-Zentrale von Nestlé übertragen konnten. "Endlich bewegt sich Nestlé in die richtige Richtung. Das ist ein sensationeller Erfolg für die vielen Menschen, die sich an den Protesten im Internet beteiligt haben", freut sich Corinna Hölzel, Wald-Expertin bei Greenpeace.

Die Aktion, mit der Greenpeace den Nahrungsmittelkonzern Nestlé öffentlichkeitswirksam vor sich her trieb, wurde allerdings auch kritisch diskutiert. Mirko Lange, Geschäftsführer der Münchner PR-Agentur Talkabout trat im Internet eine Diskussion zu der Frage los, ob der Zweck die Mittel heiligt und Greenpeace Nestlé vorsätzlich schade. 

Greenpeace hat derweil schon den nächsten Gegner im Visier: Als nächtes will man nun die Regierung in Indonesien davon überzeugen, die Abholzung des Regenwaldes zu stoppen. Dass man die indonesische Regierung ebenfalls mit einer Social-Media-Kampagne zum Einlenken bewegt, darf indes bezweifelt werden. dh
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