Nestlé-Manager Berssenbrügge: "Wir glauben an den Wert von Werbung"

Donnerstag, 28. Januar 2010
Gerhard Berssenbrügge, Deutschlandchef von Nestlé
Gerhard Berssenbrügge, Deutschlandchef von Nestlé

Nestlé-Deutschlandchef Gerhard Berssenbrügge fordert von den Medien mehr Verständnis für das Geschäft der Konsumgüterindustrie. „Es wäre schon hilfreich, wenn Verlage und TV-Sender besser erkennen würden, in welchem Wettbewerbsumfeld ein Markenartikler agiert", sagt Berssenbrügge im HORIZONT-Interview. Einige Produkte im Markt seien mittlerweile so scharf kalkuliert, „dass sich ihre Unternehmen gar keine Werbung mehr leisten können". Sein Vorschlag: "Etwa bei kleinen Marken gemeinsam ins Risiko gehen." Sonst würde für diese Marken eben gar nicht mehr geworben. Die Sorge ist nicht unbegründet; der anhaltende Preiskampf im Lebensmittelhandel dürfte 2010 noch deutlicher auf die Marge drücken. „Deutschland zeichnet sich vor allem durch Preis-Aggressivität aus, nicht durch Imagekampagnen für den Wert von Lebensmitteln", beobachtet Berssenbrügge. „Diese einseitige Ausrichtung wird sich weiter fortsetzen. Kein Handelspartner wird sich die Butter vom Brot nehmen lassen."

Exklusiv für Printabonnenten

Exklusiv für Printabonnenten
Alle Hintergründe lesen Sie in der aktuellen HORIZONT-Ausgabe 04/2009, die am Donnerstag, 28. Januar, erscheint.

HORIZONT abonnieren
HORIZONT E-Paper abonnieren


Dennoch will der Hersteller von  Nespresso-Kapseln, Maggi-Suppen und Mövenpick-Eiscreme auch in diesem Jahr mit Werbung dagegen halten. „Wir glauben an den Wert von Werbung. Das ist für uns nicht nur einfach Reklame, sondern fester Bestandteil der Unternehmensphilosophie", so der Top-Manager, der das Budget mindestens auf Vorjahresniveau halten will - „vielleicht erhöhen wir sogar bei der ein oder anderen Marke". mh
Meist gelesen
stats