Nespresso-Parodie: Schweizer Hilfsorganisation macht Druck auf Nestlé und George Clooney

Montag, 05. September 2011
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Das Schweizer Hilfsprojekt Solidar Suisse engagiert sich weltweit in Entwicklungsprojekten. Nun hat die Organisation den Lebensmittelkonzern Nestlé und deren Espresso-Testimonial George Clooney ins Visier genommen: Mit einer Parodie auf einen TV-Spot Clooneys für das Kaffeesystem Nespresso fordert Solidar Suisse Nestlé auf, fair gehandelten Kaffee ins Sortiment zu nehmen.

Der Spoof orientiert sich an der Handlung eines Nespresso-Spots vom September 2010: Im Original wird Clooney von einem vom Himmel herabfallenden Klavier erschlagen und muss anschließend im Himmel seine Nespresso-Kapseln abgeben, wenn er wieder ins Leben zurückkehren will. In der gefakten Version entgeht der Schauspieler dem vom Himmel fallenden Flügel knapp. Stattdessen wird er gleich darauf von einem herabstürzenden Reklameschild ausgeknockt, dessen Aufschrift stark an das Nespresso-Logo erinnert.

"Nespresso ist einer der teuersten Kaffees, aber leider immer noch nicht fair gehandelt", erklärt eine Stimme aus dem Off. Der Zuschauer wird anschließend aufgefordert, auf solidar.ch eine E-Mail an den Hollywood-Star abzusetzen: Clooney solle Nestlé auffordern, fair gehandelten Kaffee ins Sortiment aufzunehmen - oder andernfalls seine Verpflichtung als Testimonial aufzugeben.

Wie Solidar-Suisse-Sprecher Christian Engeli gegenüber HORIZONT.NET erklärt, hatten die Schweizer professionelle Unterstützung: Bei der Erstellung des Spots half die Agentur Spinas Civil Voices. Der Aufwand hat sich offenbar gelohnt: "Wir sind vom Erfolg bereits jetzt überwältigt. In weniger als 24 Stunden haben über 7000 Personen die Aktion unterstützt", so Engeli. Zudem habe Nespresso auf seiner Facebook-Seite bereits reagiert und wolle in Dialog treten. Die Gelegenheit werde man wahrnehmen und Nespresso den Faitrade-Ansatz erklären, kündigt Engeli an: "Nespresso wird sich im Moment sehr gut überlegen, ob es nicht das beste ist, tatsächlich Fair gehandelten Kaffee anzubieten. So können sie Sympathien gewinnen. Dann hätten wir unser Hauptziel erreicht."

Solidar Suisse gibt an, dass trotz hoher Weltmarktpreise für Kaffee die Produzenten in der Dritten Welt wenig bis gar nicht profitierten. "Während in der Schweiz bis zu 100 Franken für ein Kilo Kaffee bezahlt werden - zum Beispiel in Form von Nespresso-Kapseln - kämpfen KaffeepflückerInnen um ihre Existenz", erklärt Ruth Daellenbach, Geschäftsleiterin von Solidar Suisse. Bei fairem Handel hingegen gehe gut ein Drittel des Verkauspreises an die Produzenten gegenüber 18 Prozent bei konventionellem Kaffee. ire
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