Neckermann trommelt mit Rudi Völler für faire Preise

Dienstag, 28. Oktober 2003

Der Reiseveranstalter Neckermann will die Preise für die Urlaubssaison 2004 um durchschnittlich bis zu 15 Prozent senken und bewirbt die Taktik mit Rudi Völler. Der Teamchef der Deutschen Nationalmannschaft ist schon seit mehreren Jahren für die zum Reiseriesen Thomas Cook in Oberursel gehörende Marke im Einsatz. Unter dem Motto "Fair play - faire Preise" setzt Neckermann Schaufensterdekorationen von Reisebüros, Mailings und deutschlandweite Großflächenplakate ein. Die Kreation stammt von der Agentur Völker Werbung in Frankfurt.

Auf den Einsatz von TV verzichtet der Veranstalter. Im Vorjahr hatte der größte Umsatzbringer von Thomas Cook noch lautstark mit einer umfangreichen Fernsehkampagne der Agentur Contur in Frankfurt geworben, um die damals bereits um bis zu 10 Prozent günstigeren Preise bekannt zu machen. Grund für die Zurückhaltung im TV dürfte sein, dass die im August etablierte Billigmarke "Neckermann Preisknüller" ab Dezember mit einem TV-Auftritt der Offenbacher Agentur Hilt Griesbaum on Air geht. Unter dem Label Preisknüller, in dem die bisherige Low-Cost-Marke Air Marin aufgeht, will Thomas Cook besonders günstig kalkulierte Pauschalreisen vertreiben.

Dadurch, dass die Neckermann-Preise weiter sinken und zusätzlich der Preisknüller etabliert wird, rückt Thomas Cook seine wichtigste Marke zunehmend in die billige Ecke. Die Umpositionierung wird notwendig, um dem im vergangenen Jahr gegründeten, wie der Konzern heißende Veranstalter Thomas Cook Reisen mehr Luft zu verschaffen. Die im oberen Segment angesiedelte Marke und Neckermann waren sich bislang vor allem im 4-Sterne-Segment in die Quere gekommen.

Außerdem sollen die Preissenkungen sowie Frühbucherrabatte und Familienpreise helfen, der Reisezurückhaltung entgegenzuwirken. Seit dem 11. September 2001 steckt die einst boomende Branche in einer anhaltenden Flaute, aus der sich die großen, integrierten Konzerne wie Thomas Cook und Marktführer TUI nur langsam heraus arbeiten. ZU einem starken Umsatzwachstum konnten die Instrumente aber bislang nicht beitragen. Die Wirtschaftsmisere, Sars und der Irak-Krieg verpassten der Tourismusindustrie immer neue Rückschläge. pap
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