Nachhaltigkeit: Verbraucher sehen Nachholbedarf im Handel

Freitag, 03. August 2012
Der CSR-Tracker ist ein Tool des Instituts für Handelsforschung
Der CSR-Tracker ist ein Tool des Instituts für Handelsforschung

Wenn es viele Nachhaltigkeitsbestrebungen und -projekte im Handel gibt, so sind sie noch nicht in den Köpfen der Verbraucher angekommen. Einer Umfrage zufolge attestieren nur 16 Prozent der Teilnehmer den Einzelhändlern ein im Vergleich zu Herstellern bemerkenswertes Nachhaltigkeitsengagement. Das ergab der Corporate-Social-Responsibility-Tracker des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH). Die Produzenten beschäftigen sich nach Meinung der Konsumenten intensiver mit dem Thema. 48 Prozent sehen die Hersteller im Vergleich zum Handel vorn. Gleichzeitig aber verbindet fast jeder zweite Befragte Nachhaltigkeit zumindest zum Teil mit dem Handel. Bettina Willmann leitet daraus Defizite in der Nachhaltigkeitskommunikation ab. Die Bereichsleiterin Forschung & Konzepte beim IFH beobachtet "tolle Projekte", jetzt gelte es, "diese auch so zu kommunizieren, dass sie bei den Verbrauchern ankommen".

Das Interesse der Menschen an nachhaltig produzierten, regionalen Produkte ist gemäß der Umfrage groß. 72 Prozent gaben an, lieber Waren aus der Region als zertifizierte Produkte aus dem Ausland zu kaufen. 73 Prozent setzen voraus, dass die regionalen Produkte unter nachhaltigen Gesichtspunkten hergestellt werden. Nur von zertifizierten, etwa mit dem Bio-Siegel gekennzeichneten Lebensmitteln aus Deutschland erwarten das mehr Leute (80 Prozent). Das Potenzial nachhaltiger Produktsortimente wächst laut IFH Retail Consultants: Im Jahr 2010 machten diese 2,5 bis drei Prozent des gesamten deutschen Handelsvolumen  aus. fo

Hersteller haben bei den Konsumenten im Vergleich die Nase vorn
Hersteller haben bei den Konsumenten im Vergleich die Nase vorn
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