Nach Übernahme: Santander begräbt Marke SEB und verzichtet auf klassische Werbung

Dienstag, 13. Juli 2010
De SEB-Bank gibt deutsches Privatkundengeschäft auf
De SEB-Bank gibt deutsches Privatkundengeschäft auf

Die Konsolidierung im deutschen Bankenmarkt setzt sich weiter fort. Nach der inzwischen in der Commerzbank aufgegangenen Dresdner Bank verschwindet nun auch die Marke SEB-Bank von der Bildfläche. Spätestens 2011 werden die SEB-Schilder an den deutschen Filialen abmontiert und durch die der Santander-Bank ersetzt. Der spanische Finanzriese wird das deutsche Privatkundengeschäft des schwedischen SEB-Konzerns zu einem Preis von 555 Millionen Euro übernehmen. Der Deal umfasst alle 173 Filialen, eine Million Privatkunden und rund 2.000 Vollzeitbeschäftigte. Damit verdoppelt die Santander Bank die Anzahl ihrer deutschen Filialen mit einem Schlag auf knapp 350. "Deutschland ist einer der Kernmärkte für Santander", sagt der Chairman der Banco Santander, Emilio Botín. Die Übernahme sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg, Santander auf dem größten Markt in Europa zu einer Fullservice-Retailbank zu machen, so Botín weiter.

Klassische Kommunikationsmaßnahmen zur Umbenennung der SEB-Filialen sind nicht geplant. Die eine Million Bestandskunden sollen lediglich mit Direct-Mailings über den Namenswechsel informiert werden. Anzeigen oder TV-Spots: Fehlanzeige. "Wir sind bisher sehr gut ohne klassische Werbung ausgekommen, das hat auch bei der Integration der GE Money Bank sehr gut funktioniert", begründet Kommunikationschefin Anke Wolff gegenüber HORIZONT.NET die Strategie.

Auch sonst verzichtet das Bankhaus - mit Ausnahme der Ferrari-Sponsorings bei der Formel-1 - auf klassische Kommunikation. Nach Ansicht von Wolff hat das dem Unternehmen nicht geschadet: Nach dem Kauf der SEB-Bank, der noch von den Kartellbehörden genehmigt werden muss, sei Santander immerhin die nach Kunden viertgrößte Privatkundenbank in Deutschland.

Mit dem Kauf der SEB-Filialen, die mehr als 100 Millionen Euro Verlust gemacht haben sollen, setzt die Santander Bank ihre Einkaufstour auf dem deutschen Bankensektor fort. Erst 2009 hatte das Unternehmen die rund 100 Zweigstellen der GE Money Bank übernommen. Die Spanier hatten sich zudem 2008 mit dem Kauf des Ratenkreditgeschäft der Royal Bank of Scotland (RBS) verstärkt. mas
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