Nach Sexskandal: Wüstenrot streicht Incentives und schickt Handelsvertreter in die Wüste

Dienstag, 13. Dezember 2011
Der Wüstenrot-Sitz in Stuttgart
Der Wüstenrot-Sitz in Stuttgart

Der Finanzdienstleiter Wüstenrot & Württembergische hat auf die kürzlich bekannt gewordenen schlüpfrigen Vorgänge bei einer Incentive-Reise mehrerer Handelsverteter nach Brasilien reagiert. Das Unternehmen entlässt zwei der Reise zugeordneten Führungskräfte und stellt sein Incentive-Programm ein. In einem ersten Schritt lässt die W&W-Gruppe sämtliche Incentive-Reisen der vergangenen drei Jahre "auf das Fehlverhalten Einzelner" überprüfen. Bis Ende des ersten Quartals 2012 wolle man erste Ergebnisse vorlegen, teilte das Unternehmen mit. Strukturelle Verfehlungen schließt Wüstenrot jedoch im Vorfeld offenbar bereits aus: "Auf dem Programm standen weder offizielle noch inoffizielle Veranstaltungen oder Aktivitäten, die nicht mit dem Verhaltenskodex der Wüstenrot Bausparkasse AG vereinbar gewesen wären", heißt es in der Unternehmens-Erklärung. Jedoch könne man "individuelles Fehlverhalten einzelner Vertriebsmitarbeiter trotz der bestehenden Verhaltensregeln" nicht vollständig ausschließen.

Was immer bei den nun folgenden Untersuchung auch herauskommt: Derartige Reisen wird es in der Zukunft bei Wüstenrot nicht mehr geben. "Solche Anreizsysteme für Vertreibsorganisationen sind nach Auffassung der Finanzdienstleistungs-Gruppe nicht mehr zeitgemäß", teilte das Unternehmen mit. Auch für zwei Handelsverteter, die auf der Incentive-Reise nach Rio de Janeiro als Führungskräfte eingeteilt waren, wird es keine Zukunft bei Wüstenrot geben: Die beiden wurden mit sofortiger Wirkung suspendiert. ire
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