Nach Protesten: O2 verkauft doch keine Kundendaten

Freitag, 02. November 2012
Wie eine heiße Kartoffel: O2 lässt Pläne für Verkauf von Kundendaten fallen
Wie eine heiße Kartoffel: O2 lässt Pläne für Verkauf von Kundendaten fallen

Der geplante Verkauf von Kundendaten an die Werbeindustrie droht für Telefónica zum Rohrkrepierer zu werden. Das gilt zumindest für Deutschland. Nachdem das Thema in den vergangenen Tagen für reichlich Negativ-Schlagzeilen sorgte und sich gestern sogar die Bundesregierung kritisch dazu äußerte, hat das Unternehmen seine Pläne hierzulande jetzt kurzerhand beerdigt. Ein Sprecher von Telefónica Germany gab sich im Gespräch mit HORIZONT.NET zwar erneut überzeugt davon, dass das von Telefónica Dynamic Insights geplante Produkt Smart Steps alle Datenschutzansprüche erfülle. "Nach dem Feedback unserer Kunden haben wir uns nun allerdings entschieden, Smart Steps in Deutschland nicht einzuführen", erklärt der Sprecher weiter.

Dass O2 die Pläne fallen lässt wie eine heiße Kartoffel verwundert nicht. In der Presse wurde bereits angezweifelt, ob der Datenschutz bei O2 noch gesichert sei. Auch von einem "Big-Brother-Modell" war die Rede. Dass sich gestern dann auch noch Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner zu Wort meldete und verunsicherten Kunden einen Anbieterwechsel empfahl, brachte das Fass wohl zum Überlaufen.

Die Pläne von Telefónica sahen vor, Kundendaten wie etwa Alter und Geschlecht mit Bewegungsdaten zu kombinieren und der Werbeindustrie anzubieten. Der gemeinsam mit dem Nürnberger Marktforscher GfK gegründete Geschäftsbereich Telefónica Dynamic Insights ging bereits Anfang Oktober in London an den Start. Das erste Produkt Smart Steps, das Einzelhändlern Informationen über Kundenströme bietet, sollte ursprünglich in Großbritannien, Deutschland und Brasilien starten. Ob der Launch auch in anderen Ländern ausfällt, ist nicht bekannt. mas
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