Nach Protesten: Apple schickt Kontrolleure nach China

Dienstag, 14. Februar 2012
Manches ist nur Fassade: Apple-Glaspalast im chinesischen Pudong
Manches ist nur Fassade: Apple-Glaspalast im chinesischen Pudong

Und Apple bewegt sich doch: Nach der scharfen öffentlichen Kritik an den Arbeitsbedingungen bei Zulieferbetrieben gibt der kalifornische Elektronikanbieter jetzt klein bei. Apple hat die Fair Labor Association (FLA) beauftragt, seine Endmontage-Zulieferer unter die Lupe zu nehmen. Die Nichtregierungsorganisation, die sich die weltweite Verbesserung von Arbeitsrecht und Arbeitsbedingungen auf die Fahnen geschrieben hat, wird zunächst die Fabriken von Foxconn in China durchleuchten, die wegen geringer Löhne, unmenschlicher Arbeitsbedingungen und einer Suizid-Serie unter Arbeitern immer wieder für Negativ-Schlagzeilen sorgt.

Apple-Chef Tim Cook
Apple-Chef Tim Cook
Laut Apple hat bereits ein Team von Arbeitsrechtsexperten unter der Führung von FLA-Präsident Auret van Heerden mit den ersten Untersuchungen in "Foxconn City" begonnen. Die FLA soll tausende Arbeiter über Arbeits- und Wohnbedingungen befragen, auch die Themen Gesundheit und Sicherheit, Ausgleichszahlungen, Arbeitsstunden sowie Kommunikationsmöglichkeiten mit dem Management sollen dabei zur Sprache kommen. Noch im Frühjahr will Apple auch die Betriebe bei Quanta und Pegatron von der FLA prüfen lassen. In Summe werden in diesen und in Foxconn City über 90 Prozent der Produkte von Apple gebaut.

„Wir sind überzeugt, dass Arbeiter überall das Recht auf eine sichere und faire Arbeitsumgebung haben und aus diesem Grund haben wir die FLA gebeten unabhängig die Bedingungen bei unseren größten Zulieferern zu beurteilen“, sagt Apple-Chef Tim Cook. Die Untersuchungen, die Apple nun durchführen lässt, seien "bisher einzigartig in der Elektronikindustrie", betont Cook. Das gelte sowohl für das Ausmaß als auch den Umfang.
Laut Apple haben sich die Zulieferer des Konzerns zur vollen Kooperation mit der FLA verpflichtet und werden uneingeschränkten Zugang zu ihren Betrieben gewährleisten. Die ersten Ergebnisse und Empfehlungen will die FLA Anfang März auf ihrer Website www.fairlabor.org veröffentlichen. Apple war im Januar 2012 als erstes Technologieunternehmen der Fair Labor Association beigetreten. mas
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