Nach Projekt Stratos: Jetzt springt Red Bull vom Mount Everest

Montag, 03. Juni 2013
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Mit Felix Baumgartners Sprung aus der Stratosphäre hat Red Bull praktisch den größten Extremsport-Stunt geliefert, der überhaupt vorstellbar ist. Doch der Energydrink-Hersteller versucht unverändert an dem globalen Erfolg von Projekt Stratos anzuknüpfen. Jüngster Kandidat: Der erste Base-Jump vom Mount Everest. Was ist noch zu tun, wenn das größte Ziel schon im vergangenen Jahr erreicht wurde? Vor diesem Dilemma steht jetzt Red-Bull-Eigentümer Dietrich Mateschitz, der 2012 mit Projekt Stratos die Marketingidee des Jahres produzierte, die alle anderen Extremsportstunts im direkten Vergleich verblassen lässt. Jetzt präsentiert die Energy-Drink-Marke mit dem 48jährigen Extremsportler Valery Rozov einen potenziellen Nachfolger für Baumgartner. Der Russe hat zum ersten Mal einen Base-Jump vom Mount Everest gewagt. Auf knapp 7200 Meter Höhe sprang der Russe ins Leere und segelte mit den Flughäuten seines Anzugs mit bis zu 200 Stundenkilometer Geschwindigkeit auf 5900 Meter Höhe.

Auch in diesem Fall scheint Red Bull  mit der Aktion den Geschmack seines Publikums getroffen zu haben. Schon wenige Tage nach der Freischaltung erreicht allein der vom Unternehmen auf Youtube gestellte Clip mehr als eine halbe Million Views. Allerdings macht die Aktion auch das Problem von Projekten im Schatten eines alles dominierenden Vorläufers deutlich.

Während "Projekt Stratos"in seiner Konzeption klar verständlich war, kommt Rozovs Stunt mit einigen Einschränkungen daher. Der Extremsportler sprang nämlich nicht von der Spitze des Mount Everest - was angesichts der dünnen Luft in 8000 Meter wohl auch schlicht nicht machbar gewesen wäre - und er flog auch nicht den kompletten Weg bis zum Fuße des Berges. Der erste Base-Jump vom Mount Everest ist also genau genommen der erste Base-Jump von den Hängen des Mount Everest. Jedenfalls wenn man Red Bull glaubt. Denn einige Kommentatoren schreiben, dass der Sprung gar nicht vom Mount Everest, sondern von dem Nachbarberg Changtse erfolgt ist.

In den Kommentaren zu dem Youtube-Video ist ohnehin schon eine erste Skepsis der Fans über den Wert der sportlichen Leistung spürbar. Nicht alle der Kritiken sind nachvollziehbar, da der Stunt selbst in seiner eingeschränkten Form immer noch eine beeindruckende sportliche Leistung darstellt. Aber die gemischte Resonanz könnte ein Indikator dafür sein, dass Red Bull zumindest für die nächste Zeit nach Themen in der Branded-Content-Produktion suchen muss, die nicht in direkter Konkrurrenz zu Projekt Stratos stehen. cam 

Mobil-Nutzer sehen das Video unter folgendem Link: http://www.youtube.com/watch?v=uAfYbzL90Mo
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