Nach McDonald's jetzt auch Intersnack: Was Crowdsourcing für die Marke leisten kann

Montag, 30. Januar 2012
Bastian Schweinsteiger wirbt im TV für Chipsfrisch Currywurst
Bastian Schweinsteiger wirbt im TV für Chipsfrisch Currywurst

Was bei Hamburgern klappt, funktioniert offensichtlich auch für Knabbergebäck. Wie der Foodriese Intersnack jetzt bekannt gab, hat sich die aus der Funnyfrisch-Crowdsourcing-Aktion hervorgegangene Sorte "Currywurst Style" zur erfolgreichsten Produkteinführung im Segment Kartoffelchips entwickelt. Die neue Sorte, die auch im TV mit Testimonial Basitan Schweinsteiger beworben wurde, belegt im Verkaufsranking Platz 2 direkt hinter der wichtigsten Sorte "Ungarisch". Intersnack will daher auch 2012 einen Wettbewerb ausrufen. Crowdsourcing wird damit langsam aber sicher zum ernstzunehmenden Trend.
Nach dem gerade wieder angelaufenen "Mein Burger"-Wettbewerb von McDonald's ist Funnyfrisch der zweite Fall, bei dem ein Markenhersteller Crowdsourcing nicht als einmaligen Gimmick, sondern als ernsthaftes Instrument der Produktentwicklung nutzt. Andere Traditionsmarken wie Prinzenrolle testen das Intrument in diesem Jahr zum ersten Mal. Der theoretische Vorteil von Crowdsourcing ist ja schon seit längerem bekannt: Produkte, die unter aktiven Mitarbeit der späteren Konsumenten entwickelt werden, starten mit einer wesentlich höheren Bekanntheit und Engagement auf Konsumentenseite in den Markt. Doch jetzt zeigt sich eben auch, dass Crowdsourcing nicht nur eine Steilvorlage fürs Marketing liefert, sondern auch Produkte, die bei den Kunden wirklich ankommen. Alles Effekte, die sich langfristig in einer Markenprofilierung niederschlagen.

Das wird und muss andere Hersteller zu eigenen Produkten motivieren, denn in gesättigten Märkten ist ein direkter Draht zum Konsumenten so wertvoll wie nie. Aber Crowdsourcing ist kein Selbstläufer: So ist bei Pril das Potenzial der Packaging-Aktion gründlich in die Hose gegangen, weil hier eben nicht die Konsumenten sondern Nachwuchsdesigner angesprochen wurden. Ebenfalls ungeklärt ist auch, welche Kategorien überhaupt Crowdsourcing-fähig sind. Fehlschläge sind also unausweichlich. Die Möglichkeiten des Tools aus Angst davor nicht auszutesten, wäre jedoch unverzeihlich. cam
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