Nach Hygieneproblemen: McDonald's verbannt Wiesenhof-Produkte

Montag, 12. März 2012
Filialen von McDonald's bleiben vorerst Wiesenhof-freies Gelände
Filialen von McDonald's bleiben vorerst Wiesenhof-freies Gelände

McDonald's zieht Konsequenzen aus dem Hygiene-Skandal um den Geflügelproduzenten Wiesenhof: Die Fastfood-Kette wird vorerst kein Fleisch mehr von dem Unternehmen bestellen, das in der vergangenen Woche eine Schlachtanlage im sachsen-anhaltischen Möckern wegen mangelnder Hygiene schließen musste. Zwar sind die beanstandeten Zustände mittlerweile offenbar beseitigt und der Hof wieder in Betrieb, McDonald's möchte aber dennoch auf Nummer sicher gehen. "Sobald Wiesenhof glaubhaft darlegen kann, dass berechtigte Beanstandungen aus der Vergangenheit künftig ausgeschlossen werden können, wird McDonald's Deutschland in Erwägung ziehen, Wiesenhof wieder als Vorlieferant zuzulassen", sagte ein Unternehmenssprecher gegenüber der Nachrichtenagentur dpa und bestätigte damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" vom Wochenende.

Ziel des Abnahmestopps sei, einen Imageschaden von McDonald's abzuwenden. Bislang habe man keine Mängel bei Wiesenhofprodukten festgestellt, so der Sprecher zur "SZ". Auch sei von dem beanstandeten Hof kein Fleisch an McDonald's Deutschland geliefert worden. Beliefert wird McDonald's von OSI Food Solutions, dass zunächst Fleisch bei Betrieben wie Wiesenhof einkauft und anschließend weiterverarbeitet, etwa zu Chicken McNuggets.

Wiesenhof reagierte leicht pikiert auf den Liebesentzug des prominenten Abnehmers: "Den von McDonald's kommunizierten vorübergehenden Verzicht auf Geflügelprodukte von Wiesenhof haben wir mit Befremden und mit Bedauern aufgenommen", lautet eine Mitteilung auf der Homepage des Unternehmens vom gestrigen Sonntag. Bis zu diesem Datum sei auch keine Mitteilung von McDonald's eingegangen - wohl aber lägen Bestellungen für Österreich und Ungarn vor. Lediglich in diesen Ländern sei Wiesenhof Lieferant der Fastfood-Kette. ire
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