Nach Dioxin-Skandal: Verbraucher verlieren Vertrauen in Lebensmittelkontrollen

Montag, 24. Januar 2011
Studie: Ein Drittel der Deutschen sieht Lebensmittelkontrollen skeptisch
Studie: Ein Drittel der Deutschen sieht Lebensmittelkontrollen skeptisch

Knapp einen Monat nach Bekanntwerden des Dioxin-Skandals sind nun die Auswirkungen auf das Verbraucherverhalten sowie das Vertrauen in Lebensmittelkontrollen sichtbar: Nur 27 Prozent der deutschen Verbraucher glauben aktuell, dass verfügbare Lebensmittel "ausführlich kontrolliert und gesundheitlich unbedenklich sind". Dies zeigt die Studie "Verbrauchervertrauen in der Dioxin-Krise" der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Bei einer vergleichbaren Studie in zwei Bundesländern aus dem Herbst 2010 war das Vertrauen in Lebensmittelkontrollen noch wesentlich höher gewesen. Ein Drittel der Deutschen sieht Lebensmittelkontrollen skeptisch, darunter vor allem über 50-Jährige sowie Höhergebildete. Erstaunlicherweise ist der Glaube an Gaststätten, Imbisse und Bäckereien deutlich größer: 35 Prozent glauben, dass sie beim Verzehr außer Haus nur unbelastetes Fleisch und Eier angeboten bekommen. Vor allem junge Menschen sowie Personen mit Volks- und Hauptschulabschluss vertrauen der Weiterverarbeitung mehr als den vorgelagerten Kontrollen.

App von Barcoo ermöglicht Dioxin-Check für Eier
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Um belastete Lebensmittel weitgehend zu vermeiden, setzen Verbraucher verstärkt auf Bio-Eier und Bio-Fleisch: Ein Viertel will nur noch Bio kaufen, ein weiteres Viertel möchte zumindest teilweise darauf zurückgreifen. Vor allem ältere sowie höher gebildete Menschen, aber auch überproportional viele Haushalte mit einem Einkommen von weniger als 1000 Euro wollen künftig ausschließlich Bio-Eier und -Fleisch kaufen. sw
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