Nach Abmahnung: dm-Chef Harsch schließt Modifizierung der Kampagne nicht aus

Montag, 22. August 2011
dm-Chef Erich Harsch
dm-Chef Erich Harsch

Seit Montagvormittag sieht sich die Drogeriekette dm mit dem Vorwurf der irreführenden Werbung konfrontiert. Wenige Stunden später ist die Angelegenheit bereits Chefsache. Erich Harsch, der Vorsitzende der dm-Geschäftsführung, hat offenbar höchstselbst die Rolle des Krisen-Sprechers übernommen und bemüht sich nach Kräften um Schadensbegrenzung. Im Gespräch mit HORIZONT.NET deutet Harsch zumindest Gesprächsbereitschaft an. "Wir prüfen derzeit, wie wir mit dieser Abmahnung umgehen", erklärt dm-Chef Harsch gegenüber HORIZONT.NET. Dass die beanstandete Anzeigenkampagne infolge dieser Prüfung noch einmal überarbeitet werden könnte, scheint zumindest nicht ausgeschlossen: "Wir werden schauen, ob wir mit Modifikationen die Trennung der Anzeigen klarer machen können", kündigt Harsch an.

Die umstrittene Doppelanzeige: Wirbt Staatssekretär Müller für dm? (Zum Vergrößern bitte klicken!)
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Die Wettbewerbszentrale hatte dm wie berichtet wegen einer aktuellen Kombi-Anzeige abgemahnt. Auf dem umstrittenen Motiv macht dm direkt neben einer Anzeige der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) Werbung in eigener Sache. Die BLE-Anzeige für die sogenannte Inform-Initiative des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz von Ilse Aigner wird von Unternehmen wie dm gesponsert. Aus Sicht der Wettbewerbszentrale entsteht aufgrund der neben der BLE-Anzeige platzierten dm-Werbung allerdings irrtümlicherweise der Eindruck, die Bundesregierung würde den Verbrauchern im Rahmen ihrer Inform-Initiative einen Einkauf bei der Drogeriekette empfehlen.

Als Schuldeingeständnis ist die Ankündigung von Harsch allerdings nicht zu bewerten. Aus Sicht des dm-Chefs handelt es sich bei dem von der Wettbewerbszentrale in Bad-Homburg abgemahnten Anzeigenmotiv formal um zwei eigenständige Anzeigen mit unterschiedlichen Absendern, die lediglich nebeneinander stehen. Es entspreche zwar den Tatsachen, dass dm dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gemäß Sponsoringvereinbarung Raum zur Verfügung stelle, um seine Inform-Initiative zu bewerben. Wie dieser Raum genutzt werde, liege allerdings in der Verantwortung des Ministeriums. Darüber hinaus wurden aus Sicht von Harsch auch alle Formalien eingehalten. "Die Anzeigen sind beide als solche gekennzeichnet und außerdem durch eine Linie getrennt".

Harsch betont zudem, dass dm auch in Zukunft an Kooperationen dieser Art festhalten will. "Wir haben den direkten Draht zu sehr vielen Menschen und halten es für sinnvoll, diese auf werthaltige Initiativen wie Inform hinzuweisen", so Harsch. mas
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