NDR schasst Macher der Kampagne "Dafür zahl’ ich nicht"

Mittwoch, 04. März 2009
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Holger Kreymeier, Moderator und Produzent des satirischen Online-Magazins Fernsehkritik.tv ist seinen Job als freier Mitarbeiter beim NDR los. Die öffentlich-rechtliche Fernsehanstalt ließ Kreymeier seinen eigenen Angaben zufolge wissen, dass er in Zukunft nicht mehr mit Aufträgen vom NDR rechnen braucht. Grund ist die laufende Kampagne „Dafür zahl' ich nicht!", die eine inhaltliche Verflachung bei ARD und ZDF beklagt.
Kreymeier zu seiner Entlassung: „Der Norddeutsche Rundfunk erweist sich als vollkommen kritikresistent. Ich habe in meiner Kampagne weder zu einem Gebühren-Boykott aufgerufen noch das öffentlich-rechtliche System in Frage gestellt, sondern mich auf inhaltliche Punkte konzentriert." Die Kampagne sei eine für das öffentlich-rechtliches Fernsehen, so der TV-Produzent - „und zwar so, wie es durch den Rundfunkstaatsvertrag formuliert ist. Ich komme mir ein bisschen wie die Elke Heidenreich des Norddeutschen Rundfunks vor."

Das will die Sendeanstalt so nicht stehen lassen und verkündet durch Pressesprecher Martin Gartzke folgendes: "Nicht ohne Schmunzeln haben wir zur Kenntnis genommen, dass sich Herr Kreymeier offenbar als die Elke Heidenreich des NDR sieht. Soweit wir wissen, hat Frau Heidenreich nie Videotext-Untertitel für ZDF-Sendungen geschrieben, und auch sonst gibt es keine Parallelen." Zudem habe man Kreymeier lediglich mitgeteilt, dass eine Fortsetzung der Zusammenarbeit überprüft werden müsse. Gartzke: "In diesem Zusammenhang wurde Herr Kreymeier um ein klärendes Gespräch mit dem für ihn zuständigen Programmbereichsleiter im NDR gebeten. Dieses Gesprächsangebot lehnte Herr Kreymeier jedoch schriftlich ab."

Die Parodie auf die GEZ-Kampagne „Natürlich zahl' ich" ist vergangene Woche gestartet. Der 18-sekündige Spot ist im Kino und auf der Microsite www.dafuer-zahl-ich-nicht.de/ zu sehen. Neben inhaltlichen Punkten beklagte Kreymeier auch die Werbung auf ARD und ZDF: „Die Öffentlich-Rechtlichen müssen absolut werbefrei werden und es darf keine Quotenmessungen für ARD und ZDF mehr geben. Zum Bildungsauftrag gehört es, ein Programm unabhängig von Kommerz und Quote zu machen." Ob er selbst weiterhin GEZ-Gebühren bezahlt, will er demnächst entscheiden. mh
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