Moneytrucks: Media-Markt fordert nach den Fußballern jetzt die Pfennigfuchser

Freitag, 21. Juni 2013
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Es war nur konsequent: Den millionsten Facebook-Fan haben schon andere große Marken entsprechend gefeiert und so war auch von Media Markt ein aufmerksamkeitsstarkes Dankeschön an die digitale Fangemeinde zu erwarten. Doch mit der von Ogilvy & Mather kreierten "Moneytrucks"-Aktion zeigt der Elektrohändler nicht nur, dass er die digitalen Kanäle als vollwertigen Touchpoint zu den eigenen Kunden begreift. Er zeigt auch, dass er mittlerweile das Instrumentarium verfeinert hat, um die unterschiedlichen Kanäle mediengerecht zu bespielen. Zur Erinnerung: Zuletzt hatte Media Markt gerade mit seiner Torschützenaktion in den Filialen für Aufmerksamkeit gesorgt, bei der Kunden mit einem Treffer ihren gesamten Einkauf erspielen konnten. Diese Aktion, die sowohl im Vorfeld wie auch im Verlauf breit über alle Werbemedien kommuniziert wurde, bediente das Bedürfnis des stationären Handels, den Kundentraffic in den Läden zu steigern und die Präsenz im regionalen Wettbewerb zu verbessern. Viele der örtlichen Geschäftsführer griffen die Vorlage dankbar auf und strickten weitere lokale Events rund um den Publikumsmagnet.

Mit "Moneytrucks" hält Ogilvy dagegen die Marke in den sozialen Netzwerken im Gespräch und sorgt dafür, dass die Zahl der Fans weiter wachsen wird. Denn schließlich gilt es zu erraten, wie viele Lastwagen notwendig sind, um 1 Million Cent-Stücke zu tranportieren. Die Aussicht, mit einem guten Tipp 10.000 Euro zu gewinnen, dürfte viele User motivieren zum Fan der Media-Markt-Facebookseite zu werden. Die Aktion liefert zudem attraktiven Content für die digitale Kommunikation. So ist der Youtube-Film zum Start schon sehenswert, und man darf getrost davon ausgehen, dass bei der Überreichung der 1 Million Cent-Stücke ein Kamerateam des Unternehmens vor Ort sein wird.

Die gelungen Einzelkampagnen zeigen allerdings auch, dass für Media Markt als Multichannel-Unternehmen ein wirklich integrierter Markenauftritt immer noch eine Herausforderung darstellt. So war die Torschützen-Aktion online nur über eine Zusammenfassung der Gewinner und entsprechend gebrandeten Sonderangeboten präsent. Damit verspielte der Onlinekanal sein Potenzial zur kleinteiligeren Kommunikation und leistete bei der Begleitung der Kampagne auch nicht wesentlich mehr als die klassischen Werbemedien. Umgekehrt firmiert als Absender des "Moneytrucks"-Video zwar Media Markts "verrückte WG". Doch von den in den TV-Spots so prominent inszenierten WG-Mitgliedern fehlt in der Online-Aktion derzeit jede Spur. cam
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