Mobilfunker Klarmobil.de verkauft bald Strom

Donnerstag, 22. November 2007
Expandiert in neue Märkte: Klarmobil.de-Chef Hartmut Herrmann
Expandiert in neue Märkte: Klarmobil.de-Chef Hartmut Herrmann

Der Energiemarkt wird immer bunter. Im Dezember will sogar Hartmut Herrmann mit seiner Discount-Mobilfunkmarke Klarmobil.de in den Strommarkt einsteigen.

Aufbauend auf der Mobilfunk-Positionierung "Fair und transparent" soll auch das neue Geschäftsfeld angegangen werden. "Wir haben uns im Mobilfunk als fairer und transparenter Partner etabliert - davon wollen wir jetzt auch in einem weiteren Segment profitieren", sagt Klarmobil.de-Geschäftsführer Hartmut Herrmann.

Das Unterfangen wird vorsichtig angegangen: Vorerst wird die Dienstleistung eines namentlich noch nicht genannten Kooperationspartners vermarktet. Klarstrom stellt zwar das Label, Vertragspartner wird jedoch der entsprechende Stromanbieter - das soll auch klar kenntlich gemacht werden. Für das kommende Jahr sei jedoch ein eigenes Angebot denkbar.

Noch verflucht die Klarmobil-Werbefigur nur die Netzbetreiber, bald auch die Energieriesen?
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"Wir wollen erst mal schauen, wie unsere Kunden auf das Angebot reagieren", so Herrmann. Prinzipiell sei die Situation jedoch ähnlich der im Mobilfunkmarkt vor zwei Jahren: "Die am Markt bestehenden Angebote sind zu teuer und sorgen durchweg für Verwirrung bei den Kunden."   Nutzer können das Angebot auf der Website über den Klarshop erreichen - bestehende Mobilfunkkunden werden per Direktmarketing angesprochen.

Mit seinem Mobilfunk-Discountangebot konnte die Freenet-Tochter seit Start 2005 schätzungsweise rund 500.000 Kunden gewinnen, die zum Minutenpreis von 14 Cent - beziehungsweise Klarmobil.de-intern zu 4 Cent - telefonieren. Der Vertrieb erfolgt online.

Aufreger-Werbung

Klarmobil.de hat sich mit seiner aggressiven Werbestrategie schon reichlich Ärger eingehandelt. So wurde die Freenet-Tochter 2006 wegen verharmlosender Darstellung von Straftaten in fünf verschiedenen TV-Spots vom Deutschen Werberat gerügt. Die von McCann-Erickson in Hamburg entwickelten 30-Sekünder zeigten telefonierende Passanten in Alltagssituationen, denen eine als Gorilla verkleidete Person das Handy entriss. Dazu warb die Freenet/Mobilcom-Tochter mit dem Claim "Das Handy besorgst du dir, wo du willst - die günstige Karte bei klarmobil.de."

Einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag investiert das Unternehmen jährlich in Werbemaßnahmen, um mehr Nutzer auf die Seite zu holen. Die Mediagelder fließen vorwiegend in TV, Online und Print. In der von Sassenbach Advertising in München entwickelten Kampagne schimpft Kabarettist Christoph Grissemann als verärgerter Mobilfunk-Kunde über die angeblich weitverbreitete "Handy-Verarsche". Der Auftritt ist noch mindestens bis Jahresende zu sehen. Zudem machte das Unternehmen mit TV-Sponsorings von "Schlag den Raab" und dem "Stock Car Rennen" auf sich aufmerksam. Im kommenden Jahr will Klarmobil.de noch stärker auf das Presenting spezieller Formate setzen, die die männliche Kernzielgruppe ansprechen.

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