Mitglieder des Markenverbands melden Umsatzplus

Mittwoch, 26. September 2007
Franz-Peter Falke blickt positiv in die Zukunft
Franz-Peter Falke blickt positiv in die Zukunft

Der Aufwärtstrend in der Markenartikelindustrie hält an: Die Mehrzahl der Mitglieder des Markenverbands konnten ihre Umsätze in den vergangen zwölf Monaten steigern. Insgesamt erwirtschafteten deutsche Unternehmen mit Markenware Erlöse in Höhe von 380 Milliarden Euro. Das Plus liegt bei 5 Prozent und damit einen Prozentpunkt über dem des Vorjahres. Das teilte der Markenverband auf der erstmals in Berlin stattfindenden Jahrespressekonferenz am heutigen Mittwoch mit. Laut Verbandspräsident Franz-Peter Falke ist der Erfolg vor allem auf das gestiegene Qualitätsbewusstsein und die anziehende Konjunktur zurückzuführen. Mehr als die Hälfte der an der Mitgliederbefragung beteiligten Unternehmen, knapp 58 Prozent, geben an, dass sich ihre Inlandsumsätze 2006 um durchschnittlich 8 Prozent in Menge und Wert erhöht haben. Damit liegt das Wachstum über dem allgemeinen durchschnittlichen Produktionszuwachs von rund 3,5 Prozent. 17 Prozent der Unternehmen verzeichnen gegenüber dem Vorjahr konstante Erlöse, 25 Prozent müssen Umsatzrückgänge hinnehmen.

Die Entwicklung lässt die Branche optimistisch in die Zukunft blicken: Mehr als zwei Drittel der Befragten rechnen mit einer weiteren Zunahme der Inlandsumsätze. Davon profitieren auch die Medien: 44 Prozent der Verbandsmitglieder wollen das Werbevolumen im laufenden Geschäftsjahr steigern. Weitere 46 Prozent beabsichtigen gleichbleibende Ausgaben und nur 8 Prozent wollen den Etat zurückfahren.

Kritisch blickt der Verband der Regulierung in Form von Werbeverboten entgegen. Neben der EU-Tabakrichtlinie gebe vor allem das EU-Strategiepapier zur Alkoholpolitik Anlass zu Sorge. Auch Vorstöße in Richtung Restriktionen bei Lebensmitteln, Automobilen oder Versicherungen verurteilt der Verband als Entmündigung des Bürgers. Vielmehr solle man auf die Selbstregulierungsmaßnahmen der Industrie setzen, die bereits über bestehende Verpflichtungen hinaus gingen.

Auf der Agenda stand außerdem das Thema Corporate Social Responsibility. Laut einer von McKinsey vorgestellten Studie sollen Unternehmen in Deutschland nach Ansicht von Verbrauchern mehr gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Jedoch kommt die Wirtschaft dieser Pflicht in den Augen der Konsumenten immer weniger nach. Vor allem das Vertrauen in globale Unternehmen ist gering.

"Firmen, die gesellschaftliche Erwartungen berücksichtigen, genießen einen Wettbewerbsvorteil. Eine Missachtung stellt dagegen ein enormes Risiko dar", sagt Thomas Tochtermann, Direktor im Hamburger Büro von McKinsey & Company. Mehr als ein Drittel der Deutschen schätzen den Beitrag, den große Unternehmen zur Gesellschaft leisten, als negativ ein. Einen positiven Beitrag sehen nur 30 Prozent.

Mit erheblichen Folgen: Die Konsumenten zeigen eine hohe Bereitschaft, Fehlverhalten zu sanktionieren. Mehr als die Hälfte der Befragten gaben an, Lebensmittel einer Marke aufgrund der Firmenpolitik nicht gekauft beziehungsweise Einzelhändler boykottiert zu haben. Nach Ansicht des McKinsey-Beraters greifen die Konzepte oft zu kurz: "Entscheidend ist es, die CSR-Aktivitäten in der Organisation und in der Agenda des Topmanagements zu verankern." mh



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