Metro will Kaufhof an spanischen Konzern verkaufen

Dienstag, 23. Mai 2000

Die Gerüchteküche rund um die Zukunft der Metro kochte bereits im Vorfeld der heutigen Pressekonferenz. So sollen die Warenhäuser Kaufhof und Horten an den spanischen Warenhauskonzern El Corte Inglés verkauft werden. Dieser drängt auf den deutschen Markt. Metro-Sprecher Martin Raßfeld will die Gerüchte nicht kommentieren. Die Entwicklung der trotz der hohen Investitionen in das Kaufhof-Galeria-Konzept stagnierenden Kaufhof-Warenhauskette ist Metro-Chef Hans-Joachim Koerber schon lange eine Dorn im Auge. Er arbeitet hinter verschlossenen Türen an dem Umbau des Konzerns. So sollen die Bereiche Großhandel und Fachmärkte noch stärker als bisher ins Ausland expandieren, unter anderem nach Asien und nach USA. Darüber hinaus will Koerber nach Informationen von "Focus Money" die angeschlagene Baumarktkette Praktiker und die Real-Märkte loswerden, um sich künftig auf den Großhandel konzentrieren zu können. Für Koerber geht es in Europa ums Ganze. Analysten zufolge wird Metro ohne Fusionspartner auf Dauer nicht überleben können. Metro ist aufgrund der Fusion von Carrefour und Promodés nun mehr auf Platz 3 in Europa abgerutscht. Ebenfalls nicht rosig sieht die Entwicklung des Börsenkurses aus, auch wenn sich dieser derzeit langsam wieder erholt. Durch die angekündigte Veräußerung von Einzelhandelsimmobilien will sich Metro jedoch die Kriegskasse füllen und auf Einkaufstour gehen.
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