Metro legt Verkauf von Kaufhof auf Eis

Dienstag, 17. Januar 2012
Kaufhof bleibt nun offenbar doch Metro-Tochter
Kaufhof bleibt nun offenbar doch Metro-Tochter

Die Metro stoppt den Verkauf von Kaufhof. Das gab der Handelskonzern heute morgen bekannt. Ursache dafür ist die schwierige Lage an den Finanzmärkten. Die Entscheidung kommt überraschend. Die Trennung von dem Kaufhausriesen gilt schon lange als beschlossene Sache. Bisher hatten drei Investoren Angebote für die Übernahme der Warenhaustochter abgegeben. "Aus heutiger Sicht können wir das Ertragspotenzial besser selbst heben, als durch einen Verkauf", begründet Olaf Koch die Entscheidung. Der neue Metro-Vorstandschef, der zum Jahreswechsel die Geschäfte von Vorgänger Eckhard Cordes übernommen hatte, will nun stattdessen "an der weiteren Wertsteigerung von Galeria Kaufhof arbeiten." Damit sind Karstadt-Eigentümer Nicolas Bergguen, der zusammen mit Finanzinvestor Blackstone Kaufhof kaufen wollte, ebenso aus dem Rennen wie den Tiroler Immobilienunternehmer René Benko. Der Österreicher galt lange Zeit mit seiner Signa-Gruppe als Favorit. Zudem hatte der ehemalige Karstadt-Quelle-Chef Wolfgang Urban eine Offerte vorgelegt, der aber von Branchenkennern wenig Erfolgsaussichten eingeräumt worden war. Als Kaufpreis waren immer wieder drei Milliarden Euro genannt worden. Allerdings liefen die Geschäfte in den vergangenen Monaten nicht besonders gut, was sich in den Verhandlungen durchaus bemerkbar gemacht haben dürfte. 

Im vergangenen Jahr hatte Kaufhof mit seinen 140 Filialen einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 3,7 Prozent. Im wichtigen Weihnachtsgeschäft hatte die Marke wie der gesamte Konzern ein Minus beim Umsatz hinnehmen müssen. Insgesamt hat die Metro Group mit ihren Töchtern Metro Cash & Carry, Real, Media-Saturn und Kaufhof im vergangenen Jahr einen Umsatz von 66,7 Milliarden Euro erzielt. Das ist ein Minus von 0,8 Prozent gegenüber 2010. mir
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