Mehrheit der Bundesbürger vertraut der Lebensmittelindustrie nicht mehr

Montag, 10. Oktober 2011
Die Konsumenten sehen Angaben auf Produktverpackungen skeptisch
Die Konsumenten sehen Angaben auf Produktverpackungen skeptisch

Schwere Zeiten für Lebensmittelhersteller: Seit dem Start der Verbraucherplattform Lebensmittelklarheit.de haben die Bundesbürger im Netz die Möglichkeit, sich umfassend über falsche oder irreführende Angaben auf Lebensmitteln zu informieren. Der frühe Erfolg des Portals zeigt: Die Deutschen sehen ihre Lebensmittel und deren Produzenten mit anderen Augen. Zu diesem Ergebnis kommt auch Brandmeyer Markenberatung: Nach einer aktuellen Umfrage des Unternehmens haben fast zwei Drittel der Deutschen kein Vertrauen in die Lebensmittelindustrie mehr. Die Schlagzeilen über Klebeschinken, Kunstkäse oder Garnelen-Imitate haben deutliche Spuren hinterlassen. 63 Prozent der Bundesbürger gaben an, den Produktinformationen der Lebensmittelhersteller nicht mehr zu glauben. Fast jeder Zehnte Verbraucher achtet beim Einkaufen darauf, solche Produkte zu meiden - obwohl vier von fünf Konsumenten es für unmöglich halten, Lebensmittelimitate zu identifizieren.

Die Befragten sehen die Rollen bei irreführenden Produktangaben klar verteilt: Kunstkäse und Mogelschinken vermuten sie eher auf Seiten großer Unternehmen, während der Mittelstand eher natürliche Produkte biete. Das könne für kleinere Lebensmittelhersteller eine Chance sein: "Diesen guten Ruf als Produzent von Qualitätsprodukten haben sich die kleineren, oft familiengeführten Unternehmen hart erarbeitet. Sie sollten ihre "Marke Mittelstand" in der Kommunikation mit den Verbrauchern aktiv herausstellen. Eine Marke, die nicht durch gute Werbung entstanden ist, sondern durch gute Leistung.", so Andreas Pogoda von Brandmeyer Markenberatung.

"Mittelständische Unternehmen haben einen Vertrauensvorsprung gegenüber den Konzernen, den es zu nutzen gilt", ergänzt Peter Pirck, Gesellschafter bei Brandmeyer. Mittelständische Anbieter hätten exzellente Möglichkeiten, sich als regionale Marken zu profilieren. "Dazu braucht es nicht unbedingt großer Media-Spendings als vielmehr den Willen und die Strategie, die eigenen Stärken systematisch in die Köpfe der Konsumenten zu bringen", so Pirck. ire
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