Mehr Kritik vom Werberat

Donnerstag, 18. Oktober 2007
Fordert Zurückhaltung: Hans-Henning Wiegmann
Fordert Zurückhaltung: Hans-Henning Wiegmann

Die Zahl der vom Deutschen Werberat beanstandeten Kampagnen ist im 1. Halbjahr 2007 auf 41 gestiegen - im Vorjahreszeitraum waren es 33. Der Werberat-Vorsitzende Hans-Henning Wiegmann appelliert an Unternehmen und Konsumenten, rücksichtsvoller miteinander umzugehen. Wiegmann nennt bewusst auch die Konsumenten, da ein Anstieg ungerechtfertigter Kritik aus der Bevölkerung festzustellen sei. Das Gremium habe in den ersten sechs Monaten des Jahres Beschwerden zu 110 Kampagnen wegen überzogener Vorwürfe zurückweisen müssen, über ein Drittel mehr als im Vorjahr.

Laut Wiegmann haben sich die 42 im Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) zusammengeschlossenen Verbände auf "Grundregeln zur kommerziellen Kommunikation" geeinigt, die aus der Spruchpraxis des Werberats entwickelt wurden. Das Regelwerk enthält Gebote, nach denen werbende Firmen mangelnde Erfahrung und fehlendes Wissen von Konsumenten nicht ausnutzen, niemanden diskriminieren, Kindern und Jugendlichen weder körperlichen noch seelischen Schaden zufügen, keine Angst erzeugen oder Leid und Unglück instrumentalisieren sollen.

Insgesamt kamen im 1. Halbjahr 151 Kampagnen vor den Werberat, ein Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum. Von den beanstandeten Maßnahmen wurden 40 eingestellt oder entsprechend den Protesten abgeändert. Lediglich in einem Fall musste der Werberat eine öffentliche Rüge aussprechen: Die Internetfirma ISAS Gebrüder Schmidtlein in Büttelborn hatte anstößige Bannerwerbung für die Ratgeber-Website www.so-bekommst-du-jede-frau-ins-bett.com geschaltet. kj
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