Megafusion von Dresdner und Deutscher Bank stellt auch Agenturfrage

Mittwoch, 08. März 2000

Gestern wurde den jahrelang kursierenden Spekulationen um eine mögliche Übernahme der Dresdner Bank ein Ende bereitet: Deutsche und Dresdner Bank bestätigten Gespräche "mit dem Ziel einer engen Zusammenarbeit". Die Verhandlungen, so hieß es lapidar aus der Frankfurter Zentrale der Deutschen Bank, befänden sich "in einem fortgeschrittenen Stadium". Damit dürfte klar sein, dass die Fusion der Nummer 1 und 3 im deutschen Finanzmarkt zum Bankhaus mit einer Bilanzsumme von 2,5 Billionen Mark kurz bevorsteht – und nicht nur für die beiden Marken enorme Veränderungen bedeuten dürfte. So soll der Name Deutsche Bank beibehalten werden, das Logo der Dresdner Bank soll beibehalten werden. Das Retail-Banking – im vergangenen Jahr erst unter dem Namen Deutsche Bank 24 gegründet – soll an den Versicherungskonzern Allianz übertragen werden – der Konzern hält 5 Prozent an der Deutschen und 21,7 Prozent an der Dresdner Bank . Ungeklärt ist die Zukunft der Dresdner-Bank-Tochter Advance Bank – das Unternehmen hatte die Direktbank erst vor zwei Jahren von der Bayerischen Vereinsbank gekauft. Und auch bei der Betreuung des Fusionsunternehmens durch die Agenturen dürfte einiges in Bewegung kommen. So wird die Dresdner-Bank-Stammagentur Ogilvy & Mather wohl bald mit einer Beendigung der Zusammenarbeit rechnen müssen: nachdem Grey erst im Herbst das neue Erscheinungsbild der Deutschen Bank 24 entwickelt hat, wird das gemeinsame Unternehmen wohl auch in Zukunft dieser Kommunikationslinie folgen. Im Internet wird die Dresdner Bank von Kabel New Media, Hamburg, betreut; die Deutsche Bank wird im Internet von mehreren Agenturen betreut - Leadagentur für Deutsche Bank 24 ist hier SinnerSchrader. Wenig Chancen auf eine weitere Zusammenarbeit dürfte auch die Agentur Mühlhaus & Moers haben, die bislang die Mitarbeiterzeitung "Wir" der Dresdner Bank gestaltet hat. Und auch die weitere Kooperation mit dem Sportvermarkter Octagon in Sachen Sportsponsoring ist bei einer Fusion der Bankhäuser eher fraglich.
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