Mega-Deal: Puma drängt Kappa beim BVB vom Platz

Mittwoch, 26. Oktober 2011
Großer Sprung: die Herzogenauracher kommen beim Deutschen Meister zum Zug
Großer Sprung: die Herzogenauracher kommen beim Deutschen Meister zum Zug


Das Baggern hat sich gelohnt: Ab der Bundesliga-Saison 2012/13 ist Puma neuer Ausrüster von Borussia Dortmund. Der Sportartikler aus Herzogenaurach stand seit Monaten in Verhandlungen mit dem amtierenden Deutschen Meister - und kam nun zum Abschluss. Das Nachsehen hat der langjährige BVB-Partner Kappa.
Dem Vernehmen nach soll der neue Kontrakt dem Club mehr als 50 Millionen Euro über acht Jahre einbringen, andere Medien schrieben zuletzt von 30 Millionen über fünf Jahre. So oder so wäre es eine deutliche Verbesserung zu den jetzigen 4 Millionen Euro, die Kappa pro Saison überweist. Ein Erfolg mehr für Borusssia-Dortmund-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der in diesem Jahr mit dem HORIZONT Sportbusiness Award „Player des Jahres" ausgezeichnet wird.

Puma selbst macht weder Angaben zu Kosten noch zur Dauer des Engagements. Die „mehrjährige" Partnerschaft, wie es in einer offiziellen Mitteilung heißt, beginnt exakt am 1. Juli 2012. Der Vertrag umfasst die Ausstattung der Lizenzmannschaften des Clubs einschließlich aller Jugend- und Amateurmannschaften mit Trikots, Trainingsbekleidung und Accessoires. Außerdem wird Puma offizieller Partner des Vereins im Bereich Replika-Trikots, Fanartikel und Merchandise-Produkte. Die Partnerschaft steht unter dem Motto „Echte Liebe ist gelb" und dürfte damit auf die Tatsache anspielen, dass es BVB-Trikots und Fanartikel grundsätzlich nur in den klassischen Vereinsfarben Schwarz-Gelb gibt.

Der Kontrakt verspricht dem Sportartikler ordentlich Zusatzumsätze - mit dem Meistertitel ist die Nachfrage nach BVB-Trikots in die Höhe geschnellt. In der laufenden Bundesliga-Saison soll Dortmund bereits 100.000 Replikas des aktuellen, von von Kappa produzierten, Trikots verkauft haben. Zum Vergleich: In der kompletten Vorsaison waren es 150.000. Entsprechend schmerzhaft dürfte der Verlust für den italienischen Sportartikler sein, der den Verein nun im dritten Jahr ausrüstet.

Puma hingegen baut sein Geschäft in der Bundesliga und insbesondere mit dem Deutschen Fußball-Meister aus. Zuletzt hatte der Konzern bereits einen Schuhvertrag mit dem BVB und mit Cheftrainer Jürgen Klopp geschlossen. Die Borussia wird nach dem VfB Stuttgart und der TSG 1899 Hoffenheim der dritte Bundesliga-Clubs sein, der im Puma-Outfit aufläuft.

Puma-CEO Franz Koch
Puma-CEO Franz Koch
Puma-Chef Franz Koch ließ es sich nicht nehmen, der offiziellen Vorstellung der Partnerschaft persönlich beizuwohnen. „Die neue Partnerschaft passt perfekt zu unserem Ziel, mit Hilfe eines innovativen Sportmarketings Pumas Position als klare Nummer drei der führenden Fußballmarken weiter auszubauen", so Koch, der erst vor drei Monaten auf den langjährigen Puma-CEO Jochen Zeitz gefolgt ist.

Bei der Präsentation der Quartalszahlen am gestrigen Dienstag hatte Koch angekündigt, den Fokus wieder stärker auf klassische Sportartikel zu legen. Die nötigen Strukturanpassungen und Investitionen gingen im 3. Quartal bereits zulasten des Gewinns, der mit 81,7 Millionen Euro nur Vorjahresniveau erreichte - trotz einem Umsatzplus von 10 Prozent auf 841 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr rechnet Koch weiterhin mit einem Umsatz von rund 3 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,7 Milliarden Euro) bei einer Verbesserung des Konzerngewinns im einstelligen Prozentbereich. mh
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