Mediaumsätze: Deutschland bleibt Europas größter Werbemarkt / TV und Online als Wachstumstreiber

Dienstag, 06. Dezember 2011
Die Kurve für den deutschen Werbemarkt zeigt nach oben
Die Kurve für den deutschen Werbemarkt zeigt nach oben

Gegen Ende des Jahres blicken zahlreiche Mediaagenturen traditionell in die Glaskugel und beleuchten die Entwicklung des Werbemarktes in den kommenden Monaten. Nach der optimistischen Analyse von ZenithOptimedia prognostiziert nun auch die Interpublic-Tochter Magna Global im "Magna Global Media Owners Advertising Revenue Forecast" ein weltweites Wachstum der Mediaumsätze. Auch der deutsche Markt wird wachsen, allerdings weniger stark als in den vergangenen Jahren. Hierzulande erwartet Magna Global 2012 ein Wachstum des Werbemarktes um 1,5 Prozent. Deutschland bleibt dadurch mit einem Gesamtvolumen von rund 18 Milliarden Euro der größte Werbemarkt in Europa und der viertgrößte weltweit. Der wachstums- und umsatzstärkste Bereich mit einem Wachstum von 6,2 Prozent auf insgesamt 4,2 Milliarden Euro wird demnach der TV-Sektor bleiben. Grund: Die werbewirksamen Großereignisse Olympische Sommerspiele und Fußball-Europameisterschaft. Internet-Werbung wird laut Mangna Global im kommenden Jahr um 5,4 Prozent zulegen, wobei weniger klassische Banner, als vielmehr Online-Video- und mobiles Werbe-Inventar die Zugpferde sein werden.

In diesem Jahr werden die Werbeumsätze der Media-Unternehmen in Deutschland voraussichtlich um 3,0 Prozent steigen (2010: 5,6 Prozent). Als größte Wachstumstreiber macht Magna Global Internet-Werbeformen wie Banner oder Online-Filme aus, die in diesem Jahr um 17,3 zugelegt haben werden. Das Web macht etwa 4 Milliarden Euro Gesamtumsatz und liegt damit nur rund 40 Millionen Euro hinter dem TV-Sektor.

Die Digitalisierung des öffentlichen Raumes sorgt auch für einen Boom bei den OoH-Umsätzen: Aufgrund von digitalen Plakatwänden wird in diesem Bereich 2011 ein Wachstum von 6,8 Prozent zu vermelden sein. Zeitungen und Zeitschriften verlieren hingegen: Beide Bereiche verzeichnen ein Minus von 1,0 beziehungsweise 2,3 Prozent. Allerdings steht der deutsche Print-Sektor mit einem Werbemarktanteil von 46 Prozent im europäischen Vergleich laut Magna Global ausgesprochen gut da.

Der internationale Werbemarkt soll laut Magnaglobal in diesem Jahr um 4,7 Prozent wachsen, statt der im Juli prognostizierten 5,2 Prozent. Im kommenden Jahr liegen die Erwartungen mit einem Wachstum von 5,0 Prozent nur minimal höher. Zweitgrößter weltweiter Werbemarkt wird hinter den USA erstmals China sein. ire
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